Mehr Sicherheit kostet einen Teil des Gewinns: Discountzertifikate können Anlagestrategie optimieren

Mehr Sicherheit kostet einen Teil des Gewinns
Discountzertifikate können Anlagestrategie optimieren

Discountzertifikate können sich gegenüber einem Direkt-Investment in Aktien bezahlt machen. Rechenbeispiele zeigen Chancen und Grenzen.

Seit längerer Zeit erfreuen sich Discountzertifikate großer Beliebtheit. Nicht zuletzt wegen ihres leicht verständlichen Prinzips. Denn der Käufer profitiert über das Zertifikat bis zu einem bestimmten Punkt - in der Praxis auch "Basispreis" genannt - an den Kurssteigerungen der Aktie. Auf über den Basispreis hinausgehende Kursgewinne verzichtet der Anleger. Dafür erhält er aber schon beim Erwerb der Zertifikate einen Abschlag auf den Aktienkurs, den so genannten Discount. Mit diesem einfachen Instrument können Investoren sehr unterschiedliche, individuelle Strategien abbilden.

Angenommen, ein Anleger hat in seinem Wertpapierdepot 100 Allianz-Aktien. Er will nun die Aktien zu einem Kurs von 100 Euro verkaufen und der Erlös gleichzeitig in Allianz-Discountzertifikate investieren. Diese Zertifikate haben einen Basispreis von 100 Euro und eine Laufzeit von knapp eineinhalb Jahren. Beim Kauf kostet ein Zertifikat den Anleger zum Beispiel 85,47 Euro. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro kommen so 117 Allianz-Discountzertifikate ins Depot.

Doch wie wirkt sich das veränderte Engagement nun aus? Nach der Umschichtung entwickelt sich die Allianz-Aktie weiter freundlich. Wegen des gewählten Basispreises von 100 Euro verzichtet der Investor auf alle darüber hinaus gehenden Kursgewinne. Doch ist das lange noch kein Nachteil gegenüber der Direktinvestition. Erst wenn der Kurs der Aktie über die Marke von 117 Euro klettert, schneidet das Discountzertifikat schlechter ab, berechnet nach der Formel: Basispreis multipliziert mit (Anzahl Discountzertifikate geteilt durch Anzahl Aktien).

Rendite auch bei stagnierenden Kursen

Und wenn sich der Aktienkurs zur Fälligkeit der Zertifikate nicht bewegt hat? Dann können Zertifikatsanleger trotzdem eine Menge verdienen. Denn die 117 Zertifikate mit einem Basispreis von 100 Euro sind 11.700 Euro wert. Das Depot verzeichnet einen Wertzuwachs von 1700 Euro, obwohl die Aktie real nicht einen Euro gewonnen hat. Doch was passiert, wenn der Aktienkurs sinkt? Die Antwort ist einfach: Die höhere Anzahl an Zertifikaten wirkt sich bei sinkenden Kursen positiv aus: Sollte die Allianz-Aktie auf 90 Euro zurückfallen, würde der Anleger bei einem Direktinvestment 1000 Euro verlieren. Mit der erhöhten Anzahl von 117 Discountzertifikaten erzielt der Anleger jedoch immer noch einen Gewinn von 530 Euro. (117 Zertifikaten multipliziert mit 90 Euro ergeben einen Gegenwert von 10.530 Euro).

Der Einsatz von Discountzertifikaten kann sogar soweit gehen, dass sich Anlagestrategien mit Rentencharakter entwickeln lassen. Hierfür wird einfach ein Basispreis gewählt, der sehr deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs notiert. In solch einem Szenario könnte der Basispreis für die Allianz-Aktie bei 70 Euro liegen, also rund 30 % unter dem aktuellen Aktienkurs. Für das Zertifikat müsste der Anleger lediglich 65,36 Euro entrichten. Bei einem Kapitaleinsatz von 10.000 Euro bekäme er 153 Zertifikate und könnte selbst bei drastischen Kurseinbrüchen der Allianz-Aktie auf 70 Euro noch einen Gewinn von zirka 710 Euro erzielen.

Fazit: Mit Discountzertifikaten können Anleger Ihre Anlagestrategien gezielt optimieren.

Michael Lindner ist Abteilungsdirektor in der Abteilung Financial Engineering der BHF-Bank AG.

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