Mit Hebelzertifikaten können Anleger vom Anstieg des Ölpreises profitieren
Surfen auf der schwarzen Welle

Der Anstieg des Ölpreises scheint kein Ende zu nehmen. Einige Analysten sagen bereits Notierungen über 50 Dollar je Barrel (159 Liter) Brent-Öl voraus. Anfang der Woche war der Preis für das Nordsee-Öl über 45 Dollar gestiegen. Für weiter teures Öl spricht die hohe Nachfrage aus China und den USA, die Erholung der Weltwirtschaft, die drohende Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Yukos und das Risiko von Förderausfällen durch die Kämpfe im Irak.

DÜSSELDORF. „Öl hat Gold als meistgehandelter Basiswert abgelöst“, sagt Thomas Spengler von der Börse Stuttgart mit Blick auf die Umsatzstatistik der Stuttgarter Zertifikatebörse Euwax. Die Spekulation auf den Ölpreis scheint für risikofreudige Anleger interessant zu sein. Ihr Instrument: Hebelpapiere wie Turbos, Mini-Futures, Knockout-Zertifikate – und auch Touchdown-Papiere. Gemeinsames Merkmal dieser Papiere ist ihre starke Hebelwirkung: Anleger können damit überproportional an den Bewegungen des Basiswertes partizipieren, riskieren aber ebenso schnell den Totalverlust ihres Kapitals.

Denn bei den Knockout-Hebelpapieren ist der Name Programm: Die Papiere schlagen ein, nach oben wie nach unten. Steigt der Basiswert, in diesem Fall der Ölpreis, steigt auch der Kurs des Zertifikates in der Long-Variante (Kaufzertifikat), zum Beispiel eines Turbos. Fällt der Ölpreis, steigt hingegen der Kurs eines Short-Papiers (Verkaufszertifikat).

Der Hebeleffekt der Papiere lässt sich anhand des Long-Zertifikats der Bank ABN Amro verdeutlichen: Wenn der Preis des Terminkontrakts Brent Crude Oil Futures auf 50 Dollar ansteigt, entspricht dies einem Zertifikatswert von 14,45 Euro, wie ABN-Amro-Derivatefachmann Michael Thomas vorrechnet. Das bedeute für den Anleger, dass er bei einem 18-prozentigen Anstieg des Ölpreises mit dem Zertifikat einen Gewinn von 76 Prozent erziele.

Hält der Anleger ein Long-Papier, ist ein fallender Ölpreis hochriskant, denn das Papier sinkt rapide. Fällt der Basiswert unter eine vom Emittenten definierte Stop-Loss- Marke, erhält der Anleger nur einen Restwert zurück; der Emittent nimmt das Papier vom Markt. Noch riskanter sind Hebel-Papiere ohne Stop-Loss-Marke: Fällt der Basiswert unter die Knockout-Schwelle, ist das Zertifikat wertlos.

Der Hebel entsteht durch den im Vergleich zur Direktanlage niedrigeren Kapitaleinsatz des Anlegers. Je näher der Basiswert an der Stop-Loss-Marke beziehungsweise bei Papieren, die nicht mit einer solchen Reißleine ausgestattet sind, an der Knockout-Schwelle notiert, desto höher ist der Hebel und somit Chancen und Risiken des Papiers.

Seite 1:

Surfen auf der schwarzen Welle

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%