Nach Erdogans Wahlsieg Würden Sie diesem Mann Ihr Geld leihen?

Am Ende hat die Börse immer recht: Investoren ließen die Türkei nach der Wahl Erdogans kurz hochleben – und dann abstürzen. Lesen Sie, warum sich die Pessimisten mit ihrer Meinung bislang durchsetzen.
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Auf den klaren Sieg von des amtierenden Regierungschef Recep Tayyip Erdogan reagierten die Finanzmärkte zunächst erleichtert, drehten dann aber schnelle wieder ins Minus. Denn die Türkei steht vor schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Quelle: dpa

Auf den klaren Sieg von des amtierenden Regierungschef Recep Tayyip Erdogan reagierten die Finanzmärkte zunächst erleichtert, drehten dann aber schnelle wieder ins Minus. Denn die Türkei steht vor schwierigen wirtschaftlichen Zeiten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAm Sonntag hat eine neue Zeitrechnung in der Türkei begonnen – zumindest wenn es nach dem amtierenden Regierungschef und neuen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht. Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag errang Erdogan bereits in der ersten Runde die absolute Mehrheit.

Er wolle eine „neue Ära“ beginnen und den „Streit der Vergangenheit“ beilegen, sagte er vor Anhängern. „Ich danke allen Bürgern, ob sie mich gewählt haben oder nicht, die dazu beigetragen haben, Geschichte zu schreiben an so einem historischen Tag“.

Auch die Finanzmärkte reagierten anfangs erleichtert, doch es war nur ein Strohfeuer. Der Leitindex an der Börse Istanbul stieg zunächst um bis zu 1,6 Prozent, notierte am Mittag aber 1,1 Prozent im Minus. Die türkische Währung konnte ihre Anfangsgewinne ebenfalls nicht halten. Ein Dollar stieg um 0,4 Prozent auf 2,1545 Lira, nachdem er zuvor auf ein Zwei-Wochen-Tief von 2,1165 Lira gefallen war.

Denn wirtschaftlich steht die Türkei vor schwierigen Zeiten. Bislang hat Erdogan zwar eine starke Bilanz. Seit seinem Amtsantritt hat sich das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen mehr als verdoppelt. Doch nach einem goldenen Jahrzehnt mit jährlichen Wachstumsraten von fünf Prozent oder mehr hat sich die Konjunktur zuletzt stark abgekühlt.

Wie wackelig das Fundament des Wachstums ist, zeigte sich Anfang des Jahres: Aus Unsicherheit über den Kurs von Ministerpräsident Erdogan zogen Investoren in Scharen Kapital ab. Binnen drei Monaten verlor die türkische Währung Lira 20 Prozent ihres Wertes gegenüber dem Euro.

Erst durch eine massive Intervention konnte die türkische Notenbank die Talfahrt der Lira stoppen. Dabei griff sie zu einem drastischen Mittel: Nach einer Krisensitzung erhöhte sie über Nacht den Leitzins von 4,5 auf 10 Prozent. Damit gelang tatsächlich eine Stabilisierung der Lage.

Bleibt die Notenbank unabhängig?
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13 Kommentare zu "Nach Erdogans Wahlsieg: Würden Sie diesem Mann Ihr Geld leihen?"

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  • Im Vergleich zu den ganzen West Labersäcken sind Erdogan u. Putin eine Wohltat.
    Kindermord im Gaza ... schwafel, schwafel von Steinmeier. Merkel auf Tauchstation.
    Da schäme ich mich als Generationen Deutsche. Macher respektive Draufhauer mussen her.
    Diesen ganzen Verwalter im Bundestag sind reine Nichtnutze.

  • Erdogan ist in Ungnade gefallen, das könnte uns die EU-Mitgliedschaft der Türkei und den Türken die EU ersparen.
    Eine echte Win-Win Situation.

  • Der "Turk" Muskim kennt eines: Gottgefälligkeit bis zur Atombombe.
    Alles andere scheint auf ihn zu wirken wie Gottlosigkeit.

  • Ich würde ihm Geld leihen. Das ist wie Putin ein Macher.
    Heisse Luft u. Geschwafel von Steinmeier langt mir!

  • Die Türkei sollte die Neutralität anstreben (raus aus der NATO, alle Stützpunkte schließen, kein EU_Beitritt). Im muslimischen Teil der Welt gibt es Märkte genug.

  • Nein, die Masse wird das Geldsystem nicht verändern.
    Es wird den Lauf nehmen, den ihm die Exponentialfunktion des Zinseszins mathematisch - und damit unabänderlich - vorherbestimmt hat.
    Und weil das so ist, werden wir z.B. auch in immer kürzeren Abständen Konflikte und Kriege auf der Welt sehen, die tatsächlich jedoch nichts anderem als dem Zustand unseres Geldsystems und den resultierenden Folgen daraus geschuldet sind...

  • Es ist ja nicht grenzwertig wer Erdogan ist.
    Grenzwertig bleibt, wer sowas wie Erdogan überhaupt wählt.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Vielen Dank Herr Helmut Metz, ich mach es genauso!
    Leider ist die Schafherde zu groß und zu dumm um Dinge zu verändern!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 1. Woher die Arroganz zu glauben, dass die Türkei die Mittel aus der EU benötigt?

    2. Außenpolitisch verhält sich Deutschland & die EU katastrophal zur Türkei und unterschätzt die wichtige geopolitische Rolle als Brücke zum Orient.

    3. Warum sollte man zum jetzigen Zeitpunkt an eine Anlage in türkischen Aktien denken?

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