Nachgefragt
"Abschlag begrenzt das Risiko"

Wolfgang Gerhardt, Derivate-Spezialist beim Bankhaus Sal. Oppenheim, über den Einsatz von Discount-Zertifikaten.

Wie erklären Sie den Boom bei Discount-Zertifikaten?

Discount-Zertifikate entsprechen dem Marktumfeld: sie bieten attraktive Gewinne, gerade wenn sich an den Aktienmärkten nicht viel tut. Sie weisen durch den Discount beim Kauf ein geringeres Risiko als die jeweilige Aktie auf. Und sie sind leicht verständlich: Entweder bekommt der Anleger den Höchstbetrag oder den Basiswert, wenn dieser unterhalb des Höchstbetrages notiert.

Gehört diese Anlageform in das Portfolio eines risikoscheuen Anlegers?

Jeder Anleger, der einer Aktie oder einem Index keinKurspotenzial zutraut, sollte auf einen Discounter auf diesen Basiswert setzen. Wer darüber hinaus sein Risiko reduzieren möchte, kann sich durch einen niedrigeren Höchstbetrag einen größeres Sicherheitspolster verschaffen. Einen Risikopuffer, der Verluste nach unten begrenzt, bieten zudem so genannte Protect- Discount-Zertifikate.

Welche Laufzeiten empfehlen Sie dem Anleger?

Wer auf die Steuer achten muss, sollte sich für Laufzeiten von mehr als zwölf Monaten entscheiden. Dann sind die Gewinne steuerfrei.

Und wie viel Geld sollten Anleger in Discounter stecken?

Genauso viel wie sie für den Kauf einer Aktie aufwenden. 1 000 Euro pro Order sollten es allerdings schon sein.

Verhagelt die derzeit Kursschwankung derzeit die Renditen der Rabatt-Papiere?

Anleger sollten nicht länger von den Rekordvolatilitäten der vergangenen Jahre träumen, die außerordentlich hohe Gewinne mit Discountern ermöglichten. Schließlich war auch das Risiko viel höher. Entscheidend istweniger, wie hoch die Volatilität derzeit ist, sondern wie sich die Aktienkurse in den kommenden Monaten entwickeln werden. Bleiben die Schwankungen gering, dann führen auch niedrigere Volatilitäten zu ordentlichen Gewinnen.

Sollten Anleger dennoch mit dem Kauf warten?

Nur dann,wenn sie von stark steigenden Volatilitäten oder einer deutlichen Bewegung am Aktienmarkt ausgehen.

Ist das Rolling-Discount-Zertifikat in seitwärts tendierenden Märkten eine Alternative zum klassischen Discounter?

Temporäre Kursschwankungen, wie sie gegenwärtig zu beobachten sind, lassen sich leichter ausgleichen, wenn der Höchstbetrag nicht angepasst wird. Deshalb sind die länger laufenden Discounter mit festem Höchstbetrag gegenwärtig Rolling-Produkten überlegen.Rolling-Discount-Zertifikate spielen ihre Stärke vor allem in moderat steigenden Märkten aus.

Die Fragen stellte Claas Pieper.

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