Nachgefragt: Christian Kratz
"Günstige Alternative zu Fonds"

Fünf Fragen zum Thema Zertifikate an Christian Kratz, Vorstand des Düsseldorfer Vermögensberaters Rhein Asset Management.

Wie wird sich der Markt für Zertifikate in Zukunft entwickeln?

Wir erwarten, dass der Markt für Zertifikate auch in Zukunft nachhaltig wächst. Aktuell entfallen in einem gemischten Wertpapierportfolio durchschnittlich zehn Prozent des Depotvolumens auf Zertifikate. Wir erwarten, dass zukünftig viele Wertpapierportfolios zu 25 bis 30 Prozent aus Zertifikaten bestehen werden. Der Markt für Zertifikate ist mittlerweile derart komplex, dass sowohl der äußerst konservative Investor als auch der sehr spekulative Anleger passende Produkte für seine Anlagephilosophie im Zertifikate-Segment findet.

Gibt es spezielle Produkte für Einsteiger?

Indexzertifikate – also Zertifikate, die sich auf Indizes beziehen – sind für Einsteiger sinnvoller als Zertifikate auf Einzelwerte. Mit einem Zertifikat auf einen Index hat der Investor mit einem Produkt schon eine relativ große Risikostreuung erzielt. In der Praxis machen viele Investoren ihre ersten Erfahrungen im Zertifikate-Sektor mit Garantiezertifikaten, Discountzertifikaten oder Bonuszertifikaten. Diese zeichnen sich durch geradlinige und einfache Strukturen aus und sind allgemein sehr leicht verständlich.

Wo drohen Fallen?

Komplexere Zertifikate-Strukturen, bei denen der Erfolg oder Misserfolg des Produktes von komplizierten mathematischen Formel abhängt, sind eher für erfahrenere Anleger geeignet. Auch bei Zertifikaten gilt die alte Formel „Keep it simple“.

Was müssen Käufer von Zertifikaten beachten, welche Risiken sollten sie kennen?

Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen. Das Emittentenrisiko ist wie beim festverzinslichen Wertpapier zu beachten. Entsprechend wichtig ist das Bonitätsrating des Emittenten bei der Auswahl der Produkte. Entscheidend für das Risiko ist aber vor allem der ausgewählte Zertifikate-Typ. Während bei Garantie- Zertifikaten praktisch kein Verlustrisiko besteht, gibt es ebenso Zertifikate, die bei fallenden Aktienmärkten keine Verlustbegrenzung bieten. Wichtig ist, dass der Investor die Funktionsweise seines Zertifikates verstanden hat und somit sein Chance-Risiko-Profil klar definieren kann.

Sind Zertifikate eine Alternative zu klassischen Aktienfonds?

Absolut. Oftmals ist der Anleger mit einem Investment in den jeweiligen Aktienindex besser bedient als mit einem Investmentfonds, der nur selten seinen Referenzindex schlägt. Entsprechend favorisieren wir auch Zertifikate auf Indizes. In der Regel ist ein Investment in ein Indexzertifikat auch deutlich kostengünstiger und transparenter als ein Fondsinvestment.

Die Fragen stellte Petra Hoffknecht.

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