Nachgefragt: Stefan Armbruster
Garantiezertifikate: "Sicherheit kostet Rendite"

Fünf Fragen zum Thema Garantiezertifikate an Stefan Armbruster, Derivate-Experte der Deutschen Bank.
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Nach den Kursverlusten am Aktienmarkt setzen immer mehr Anleger auf Sicherheit. Hat dadurch auch die Nachfrage nach Garantiezertifikaten zugenommen?

Das klassische Garantiezertifikat, welches Kapitalschutz plus Partizipation an einem Indexanstieg anbietet, wird in der Breite nicht stark nachgefragt. Vielmehr konzentriert sich die Nachfrage auf komplexere Produkte: Das können Garantieprodukte mit variablem Kupon sein, der wiederum von bestimmten Kursentwicklungen am Aktienmarkt abhängig ist. Anleger mögen beispielsweise Swingzertifikate, bei denen der Kupon steigt, je mehr sich die zu Grunde liegenden Aktien bewegen – dabei ist es egal, ob die Aktien steigen oder fallen. Gefragt sind auch Zertifikate, die beispielsweise die Partizipation an der Entwicklung des besten Indexes aus einem Korb ermöglichen.

In welchen Marktphasen machen diese Produkte Sinn?

Solche Produkte machen natürlich am meisten Sinn bei hohen Aktienkursständen. Das alte Problem ist aber: Wann sind Aktienmärkte hoch?

Welcher Anlegertyp greift zu Garantiezertifikaten?

Garantiezertifikate sind von der Risikostruktur her zwischen Aktien- und Renteninvestments anzusiedeln. Somit sind sie geeignet für den konservativen Aktienanleger oder aber als konservativer Depotanteil eines Aktieninvestors. Garantiezertifikate sind auch etwas für den Anleiheinvestor, der nach etwas mehr Rendite sucht, die Sicherheit des Kapitalerhalts aber nicht aufgegeben möchte.

Worauf sollten Anleger beim Kauf von Garantiezertifikaten besonders achten?

Diese Produkte müssen in die Rendite- und Markterwartung des Anlegers passen.

Geht die Sicherheit der Kapitalgarantie zwangsläufig zu Lasten der Performance?

Ja, in jedem Fall. Zumindest dann, wenn man unter Performance Kurssteigerungen versteht. Man muss sich sozusagen die Sicherheit erkaufen. Wenn der Basiswert fällt, kann natürlich am Ende der Laufzeit das Garantieprodukt eine bessere Performance aufweisen als ein Direktinvestment.

Für welche Anleger sind Zertifikate mit Teilgarantien eine Alternative – und warum?

Zertifikate mit Teilgarantie sind etwas risikoreicher, dafür ermöglichen sie eine höhere Partizipation an Kurssteigerungen. Darüber hinaus ist die steuerliche Behandlung vorteilhafter, wenn zumindest das theoretische Risiko eines Totalverlustes besteht. Insgesamt sind diese Produkte etwas für Anleger, die eine generelle Meinung zur weiteren Marktentwicklung haben.

Die Fragen stellte Petra Hoffknecht.

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