Nachgefragt
UBS: „Das Thema Asien ist noch zu heikel“

Werner Humpert, Derivateexperte bei der UBS über die Chancen und Risiken von Investments in Asien.

Herr Humpert, in welchen Regionen Asiens sehen Sie das größte Kurspotenzial?

Besonders positiv sehen wir Japan, vor allem wegen der jüngsten Anhebung der allgemeinen Wirtschaftsprognosen. Auch Korea sollte sich positiv entwickeln. Das Land besticht vor allem durch sein günstiges Bewertungsniveau – das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt im Durchschnitt bei 6,7. Und auf Grund des nach wie vor positiven Kapitalzuflusses favorisieren wir auch Taiwan.

Spüren Sie für diese Regionen denn auch ein gestiegenes Anlegerinteresse?

Die Nachfrage ist eher bescheiden. Gemessen an der weltweiten Marktkapitalisierung müssten 20 Prozent des Kapitals nach Asien fließen. Faktisch sind es aber nur zwei Prozent. Das Thema Asien ist den meisten Anlegern immer noch zu heikel. Deshalb ist auch der Markt für Zertifikate nicht sonderlich groß. Wir haben Zertifikate im Gesamtwert von 2,5 Mrd. Euro ausgegeben, vier Prozent davon beziehen sich lediglich auf asiatische Basiswerte. Und davon wiederum 80 Prozent auf japanische, weil dort die Märkte am liquidesten sind und die Emittenten ihre Produkte am besten absichern können.

Für welche Zertifikate-Strategie sollten sich Anleger in Japan entscheiden?

Auf jeden Fall sollten Anleger in defensive Zertifikate investieren. Für den mittel- bis langfristig orientierten Investor bieten sich Bonuszertifikate an. Risikofreudige Anleger, die ihre Papiere nicht bis zur Endfälligkeit halten wollen, empfehlen wir Rolling-Discount-Zertifikate. Mit diesen beiden Varianten sind Anleger besser abgesichert als mit den klassischen Indexpapieren.

Welche Ausstattungsmerkmale empfehlen Sie bei der Auswahl der Zertifikate?

Anleger sollten sich nicht blenden lassen. Bei einem Bonuszertifikat mit einer Laufzeit von fünf Jahren kann es schnell passieren, dass ein Verlust in Höhe der Untergrenze von 70 Prozent erreicht wird. So ist der Nikkei in den vergangenen zehn Jahren gleich fünf Mal um 40 Prozent oder mehr gefallen. Der Risikopuffer sollte daher so groß wie möglich gewählt werden. Mit einem Kick-out von 60 Prozent fahren Anleger besser. Die Garantieverzinsung ist zwar nicht so hoch, die Wahrscheinlichkeit, dass der Bonus ausbezahlt wird, ist dafür höher.

Die Fragen stellte Marcus Pfeil.

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