Nachhaltige Anlagen
Kapital für die Rettung der Ökosysteme

Nachhaltige Anlage-Ideen verbessern nicht nur die Lebensqualität. Sie könnten nach der Krise zum neuen Wachstumsmotor werden. Auch an der Börse gewinnen die ökologischen Investments an Bedeutung: Die Zahl der strukturierten Investitionsformen wächst.

FRANKFURT. Zur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise wurden inzwischen wohl mehr als drei Billionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Wenn die Welt einen großen Teil dieser Mittel zur Runderneuerung der angeschlagenen Ökosysteme investieren würde, hätte das vielfältige positive Auswirkungen. Denn ein solch zielgerichtetes Investitionsprogramm würde nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Es würde darüber hinaus auch helfen, Innovationen zu fördern, moderne Arbeitsplätze zu schaffen, die Steuereinnahmen der Regierungen zu erhöhen und die Talfahrt der Weltkonjunktur zu bremsen.

Und letztendlich dürften auch all jene institutionellen und privaten Investoren, die ihr Kapital über verschiedene Börsen und unterschiedliche Finanzinstrumente in den "Wachstumsmarkt Ökosysteme" stecken, nicht nur ihr grünes Gewissen beruhigen, sondern auch durch üppige Renditen entlohnt werden. "Solche Investments verringern das Risiko einer Verlängerung der Weltwirtschaftskrise", sagt Stefan G. Stobbe, der bei der dänischen Bankinvest-Gruppe für das Deutschland-Geschäft zuständig ist.

Dass Ökonomie und Ökologie im 21. Jahrhundert untrennbar zusammengehören, steht für Rainer Ottemann von KBC Asset Management außer Frage. Ähnlich wird die Lage auch von den Experten der Vereinten Nationen eingeschätzt. Diese weisen in ihrer Studie "Global Green New Deal" darauf hin, dass durch ökologische Investments in der Weltwirtschaft rasch sehr viel in Bewegung gebracht werden könnte. Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen und zur qualitativen Verbesserung der Ökosysteme könnten die Weltwirtschaft sehr rasch aus der Rezession bringen, heißt es. "Wenn nur ein Drittel der finanziellen staatlichen Hilfspakete - also rund ein Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts - in grüne Investments fließt, wird dies signifikante Ergebnisse bringen", prognostizieren die UN-Experten. Wenn die von den Regierungen zur Ankurbelung der lahmenden Konjunktur zur Verfügung gestellten Gelder klug und kreativ investiert würden, könne die Grundlage für eine "bessere Welt" gelegt werden.

Gleichzeitig könne man so den riesigen Herausforderungen dieser Zeit begegnen, sagt Achim Steiner vom United Nations Environment Programme (UNEP). Steiner sieht die Gefahren und Herausforderungen vor allem im Klimawandel und daraus resultierenden Gesundheitsrisiken sowie in der Versorgungssicherheit bei Rohstoffen und Urstoffen wie Energie, Nahrungsmittel und Wasser. Wenn das jetzt von Regierungen zur Verfügung gestellte Kapital richtig zugeteilt werde, könne eine innovative Welt gestaltet werden, die zum Beispiel durch einen schonenden Umgang vorhandener Ressourcen und durch einen geringeren Ausstoß an Treibhausgasen für viele Millionen Menschen mehr Platz biete. "Ökologische Investments haben für die Unternehmen der Wirtschaft längst strategische Bedeutung, weil das sowohl neue Kunden als auch neue Investoren bringt", sagt Stobbe.

Banken und Anleger haben das in der ökologischen Erneuerung der Welt bestehende Potenzial längst erkannt. Der Kapitalzufluss in "grüne Märkte" hat in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik gewonnen. Und damit scheint der Kapitalfluss in nachhaltige Kapitalanlagen erst angestoßen zu sein, er steht also am Beginn.

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