Neue Anlagezertifikate
Riskante Chancen im Jahr des Schweins

Die rasanten Kurszuwächse chinesischer Aktien in den vergangenen Wochen und Monaten wecken auch bei Zertifikateanlegern Begehrlichkeiten. Die Emittenten nutzen die steigende Nachfrage nach entsprechenden Produkten. Sie bringen zunehmend Strategiezertifikate auf den Markt, mit denen Anleger nicht nur von der Entwicklung der Leitindizes profitieren können.

DÜSSELDORF. Chinesische Aktien zählten im vergangenen Jahr zu den größten Gewinnern an den internationalen Finanzmärkten: So stiegen die A-Aktien-Indizes der beiden größten Börsen Festlandchinas, Schanghai und Shenzhen, um 121 und 90 Prozent. Die jeweiligen B-Aktien-Börsenbarometer legten 108 und 119 Prozent zu (während A-Aktien ausschließlich chinesischen Anlegern und wenigen ausgewählten Großbanken und Versicherungen zur Verfügung stehen, können die B-Aktien dieser Börsenplätze sowohl chinesische als auch ausländische Investoren erwerben). Und der deutliche Aufwärtstrend hat sich zumindest bis zum heutigen Dienstag, an dem die Börse Shanghai mit einem Rückgang um fast zehn Prozent den größten Einbruch seit zehn Jahren hinnehmen musste, auch 2007 fortgesetzt: Allein seit Anfang Januar verbuchten die Indizes weitere Gewinne zwischen 16 und 46 Prozent (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Dass

Parallel zu den Kurssprüngen der Börsenbarometer steigt auch das Interesse der Privatanleger an Anlagezertifikaten mit chinesischen Basiswerten. Die Emittenten nutzen die Gunst der Stunde. Sie platzieren neben weiteren Index- und Teilschutzzertifikaten auf Leitindizes und Einzelwerte auch Strategiezertifikate, mit denen Anleger gezielt auf die Outperformance spezieller Aktiengruppen oder ausgewählter Branchen des 1,3-Milliarden-Einwohner-Landes setzen können.

So bietet ABN Amro mit einem am 25. Januar emittierten Zertifikat die Möglichkeit, an Börsengängen in China teilzuhaben (WKN: AA0EEM). Der IPOX-20 China Index, auf dem das Papier basiert, umfasst die 20 größten Neuemissionen Chinas. Welches Potenzial kurzfristig in Börsengängen liegen kann, demonstrierte die Aktie von China Life am 9. Januar 2007 bei ihrem Debüt an der Börse Schanghai: Dort hatte der Anteilsschein des größten chinesischen Lebensversicherers trotz aller Warnungen vor einer übertriebenen Euphorie an seinem ersten Handelstag den Kurs mehr als verdoppelt. Damit notierte die Aktie auf einem Niveau, das dem 200fachen des zuletzt erzielten Gewinns entsprach.

Derart astronomische Bewertungen kannte man bislang nur aus der Zeit der Internet-Euphorie. Die Kehrseite der Medaille: Auch die Verluste, die viele Anleger einfuhren, als die Börsenblase der Jahrtausendwende platzte, waren nicht weniger astronomisch hoch. Anleger, die sich für das IPO-Zertifkat interessieren, sollten sich daher auch des höheren Rückschlagpotenzials der chinesischen Neuemissionen bewusst sein. Das nicht währungsgesicherte Papier der Niederländer notiert derzeit auf dem Niveau des Ausgabekurses bei rund 56 Euro. Es fällt eine jährliche Managementgebühr in Höhe von einem Prozent an.

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Einen anderen Möglichkeit differenzierter in den chinesischen Aktienmarkt einzusteigen, bietet seit knapp zwei Wochen die Deutsche Bank: Ein neues Zertifikat (WKN: DWS0GE), mit dem Anleger gezielt auf den Konsumsektor des Schwellenlandes setzen können, dessen Bruttonationalprodukt bereits im kommenden Jahr höher als das deutsche ausfallen wird. Basiswert des Papiers ist der aktiv gemanagte DWS China Consumption Total Return Index, der am 29. Januar aufgelegt wurde. Die Chance, die der Konsummarkt bietet, steht nach Ansicht von Experten nicht schlecht. Chinas rasante wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre, die bisher in erster Linie durch Export und investitionsgetriebenes Wachstum ausgelöst wurde, könnte zukünftig eine weitere Stütze in Form eines deutlich wachsenden privaten Konsums finden.

Zwar verharrt die Konsumneigung der Chinesen noch auf einem - im internationalen Vergleich - niedrigen Niveau. Doch die chinesische Regierung kündigte Ende 2006 an, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um die Konsumnachfrage im Inland zu stimulieren. Experten von McKinsey erwarten laut einer aktuellen Studie, dass China bis 2025 der drittgrößte Absatzmarkt der Welt werden könnte. Die Deutschen Bank verlangt für das neue Zertifikat 1,2 Prozent Managementgebühr. Dividenden werden reinvestiert.

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