Neue Zertifikate
Grüne Geldanlage – aktiv gemanagt

Das Thema Nachhaltigkeit liegt voll im Trend. Anleger stürzen sich auf alles, was nach „aussichtsreich und sauber“ klingt. Jetzt ist auch die DWS auf den Nachhaltigkeitszug aufgesprungen und emittiert drei aktiv gemanagte Zertifikate zu den Themen Wasser, Agrar und erneuerbare Energien.

DÜSSELDORF. Wasser, Wind, Biomasse – das alles sind Themen, die eine Bank üblicherweise weniger interessieren. Trotzdem vergeht in letzter Zeit kein Monat, in dem nicht mindestens ein Finanzinstitut eine Pressemitteilung zu Wasserknappheit, Umwelttrends oder auch der Holzwirtschaft herausgibt. Der Tenor ist immer gleich: Zukunftsbranche, enormes Wachstum, da kann eigentlich gar nichts schief gehen.

Um den Anleger selbst entscheiden zu lassen, welcher Branche aus diesem Bereich er die meisten Chancen einräumt, emittieren die Institute nun immer häufiger Produkte mit eingeschränktem Anlageschwerpunkt. „Im Fall unserer neuen Produkte haben wir uns für Zertifikate entschieden, weil sie auch mit weniger Kapitaleinsatz funktionieren, als ein Fonds“, erklärt DWS-Finanzexperte Nicolas Huber. Seit gut einem Jahr hat er als Fondsmanager des DWS-Zukunftsfonds (WKN: 515246) bereits Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit gesammelt. Sein Fonds investiert gebündelt in die drei Bereiche, für die DWS nun die neuen Zertifikate aufgelegt hat, und hat in den vergangenen zwölf Monaten knappe 15 Prozent zugelegt – allerdings bei einer Volatilität von mehr als 16 Prozent.

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Falsch sind die Wachstumsprognosen für die Nachhaltigkeits-Investments also nicht. Gleichzeitig sind aber viele der so gepriesenen Märkte sehr volatil. So hängt zum Beispiel in vielen Ländern das Geschäft mit den regenerativen Energien sehr von den staatlichen Subventionen ab. Ob Windkraft oder Solarenergie, Biomasse oder Wasserkraft letztendlich erfolgreicher sein werden, lässt sich deswegen nicht mit Sicherheit voraussagen.

Um dieser Volatilität zu begegnen, wählen die Finanzinstitute unterschiedliche Ansätze. Für die teuerste Methode hat sich die DWS entschieden: Fondsmanager Huber verwaltet die zugrunde liegenden Indizes aktiv wie einen Fonds. Dafür will der Emittent 1,5 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr. „Das lohnt sich aber trotzdem noch“, verspricht Huber. „Schließlich können wir viel flexibler auf Neuemissionen und Kursschwankungen reagieren als ein Index mit periodischen Gewichtungsanpassungen oder gar ein statisches Underlying.“

Anders sieht das Marcel Langer von der UBS. „Klar kann es sinnvoll sein, einen Branchenindex aktiv zu managen. In vielen Fällen lassen sich aber ähnliche Effekte auch günstiger erzielen.“ Als Beispiel führt er das UBS-Zertifikat auf Wasser an (WKN: UB0WAS), dessen Underlying zwar halbjährlich angepasst wird, allerdings nach unveränderlichen Kriterien, die bereits vor der Auflegung feststanden. Seit Verkaufsstart im Juni 2006 hat das Papier gut 25 Prozent zugelegt. „Das zeigt unserer Meinung nach, dass diese Art des Management ein guter Mittelweg ist, der Flexibilität auch zu niedrigeren Kosten ermöglicht“, erklärt Langer.

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Führend im Bereich Nachhaltigkeitszertifikate ist die Société Générale. Sie bietet allein im Bereich Erneuerbare Energie Zertifikate auf vier verschiedene Indizes an. Dazu kommen noch Holz- und Wasserinvestments. In der zweiten Jahreshälfte 2006 verzeichneten die Energiezertifikate der SG ohne Ausnahme deutliche Kursverluste, konnten sich jedoch bis auf den weltweit agierenden Bioenergy-Index (WKN: SG9BEX) bis heute alle wieder erholen. Auch hier zeigt sich, wie schwankungsanfällig die einzelnen Branchen sind: Während das Solaraktien-Underlying (Indexzertifikat WKN: SG0SUN) heute ähnlich hoch notiert wie noch vor einem Jahr, konnte der European Renewable Energy Index ( Indexzertifikat WKN: SG1ERX) in der gleichen Zeit ein Plus von deutlich über 30 Prozent verzeichnen.

Die DWS erfindet mit ihren drei Produkten das Nachhaltigkeitsinvestment nicht neu, fügt ihm aber interessante Varianten hinzu: Die Underlyings sind ungewöhnlich flexibel, was sich der Anleger allerdings mit einer überdurchschnittlichen Verwaltungsgebühr erkauft. Seit ihrer Auflegung am 13. März 2007 konnten die Papiere allesamt leichte Gewinne verbuchen, ein wirklicher Trend zeichnet sich aber noch nicht ab.

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