Neuemission
Alpha-Express ohne Cap

Der hauseigene Europe 1-Index treibt die US-Investmenbank Merrill Lynch zu immer neuen Produktideen. Nun kommt ein entsprechendes Alpha-Express-Zertifikat auf den Markt – ohne Cap bei der Gewinnchance.

Anleger setzen bei dem Produkt (WKN: A0JW90) auf eine bessere Entwicklung des Europe 1-Indexes gegenüber dem Dax. Der Europe 1-Index bildet eine Liste von europäischen Aktien nach, die über eine aktuelle Kaufempfehlung der Merrill-Lynch-Analysten verfügen. Dieser Index entwickelte sich zumindest bei steigenden Kursen deutlich besser als vergleichbare Indizes.

Falls der Index der US-Bank 13 Monate nach dem Emissionszeitpunkt eine bessere Entwicklung als der deutsche Leitindex hingelegt hat, erhalten Anleger bei diesem Alpha Express einen Kupon von mindestens sieben Prozent sowie das eingesetzte Kapital zurück - bis auf die Managementgebühr von einem Prozent. Hat sich das deutsche Börsenbarometer gleich oder gar besser entwickelt, erfolgt keine Kündigung. Stattdessen wird das Prozedere alle zwölf Monate wiederholt, maximal bis zum Laufzeitende am 6. August 2010. Für jedes weiteres Jahr wird der Kupon um sieben Prozent aufgestockt. Das System funktioniert auch bei fallenden Märkten, solange der Dax eine schlechtere Entwicklung als Europe 1 aufweist. Soweit nichts Neues für ein Alpha-Express-Produkt.

Neu ist an diesem Produkt, dass bereits an den jeweiligen Stichtagen die Auszahlungssumme nicht begrenzt ist. Anleger erhalten beispielsweise nach 13 Monaten einen zehnprozentigen Kupon, wenn Europe 1 zehn Prozent besser als der Dax performt hat. Falls es zu einem zweiten Stichtag kommt, muss der US-Index schon mehr als 14 Prozent gegenüber dem Dax zulegen, damit der Anleger mehr als den Kupon erhält.

Vielleicht ist die Diskussion um die Zahl der Stichtage ja auch nur theoretisch. Denn die Rückrechnung von Merrill Lynch bis zum Oktober 2000 ist beeindruckend. In sämtlichen Fällen wäre es bereits nach einem Jahr zu einer Rückzahlung gekommen und immer gab es mehr als den Kupon. Durchschnittlich wurden 18,2 Prozent und das eingesetzte Kapital zurückgezahlt – was einer Rendite von 15,6 Prozent entspricht. Mindestens gab es nach Merrill-Lynch-Berechnungen einen Kupon in Höhe von 9,3 Prozent (Rendite 7,5 Prozent), maximal 33,9 Prozent (Rendite 29,7 Prozent).

Und wenn die Rückrechnung in der Praxis nicht funktioniert und auch am letzen Stichtag kein Kupon gezahlt wird? Dann erhalten Anleger die Differenz zwischen den beiden Indizes ausgezahlt. Beispielsweise nur 80 Prozent des Kapitals, wenn der Dax 20 Prozent besser war als Europe 1.

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Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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