Neues Papier setzt auf erneuerbare Energien
Zertifikateanbieter entdecken Öko-Anlagen

Auch nach dem Abschied der Grünen aus der Bundesregierung ist das Interesse der Anleger an ökologischen Geldanlagen offenbar hoch. Angesichts der stetig steigenden Ölpreise erscheinen Investments in regenerative Energien aussichtsreich. Diesen Trend macht sich die französische Société Générale zunutze, die ein neues Indexzertifikat auf europäische Alternativ-Energie-Werte aufgelegt hat.

DÜSSELDORF. Das Papier basiert auf einem neuen Index, den die Bank gemeinsam mit der Schweizer Vermögensverwaltung Sustainable Asset Management (SAM) und dem Indexanbieter Stoxx entwickelt hat. Im Bereich der sozial-ökologischen Geldanlage gehört SAM zu den führenden Anbietern. Das Unternehmen analysiert regelmäßig Aktiengesellschaften und hat bereits eine Reihe eigener Nachhaltigkeits-Indizes aufgelegt. Im neuen European Renewable Energy Index (Erix) sind zehn Anbieter aus den Bereichen Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse enthalten, darunter auch die deutschen Börsenneulinge Ersol und Q-Cells, deren Emissionen deutlich überzeichnet waren. Angesichts der hohen Ölpreise gilt die Solarenergie als Wachstumsmarkt. Auch die USA und China wollen Sonnenstrom stärker fördern.

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„Die Resonanz auf das Zertifikat ist gut“, sagt Markus Jakubowski, Derivateexperte bei Société Générale, „das Thema wird momentan am Markt stark gespielt“. In der ersten Handelswoche erzielte das Stromzertifikat knapp 1,2 Mill. Euro Umsatz an den Börsen Stuttgart und Frankfurt.

Käufer des Zertifikats partizipieren an der Kursentwicklung des Indexes, dessen Zusammensetzung vier Mal pro Jahr überprüft wird. In den Index werden nur Aktien von Unternehmen aufgenommen, die den größten Teil ihres Umsatzes im Bereich Erneuerbare Energien erzielen. Zudem müssen die Aktien an der Börse ausreichend liquide sein.

Das Papier stößt in einen Nischenmarkt, in dem es bisher nur ein Angebot der BNP Paribas gibt. BNP hat seit 2002 ein Umwelt Ethik Zertifikat auf dem Markt, mit dem Anleger an der Entwicklung eines Aktienkorbes von 24 Titeln nachhaltig wirtschaftender Unternehmen teilhaben können. Die Auswahl der Öko-Aktien trifft der Chefredakteur der Fachzeitschrift Öko Invest, Max Deml, Entwickler des Natur Aktien Index NAI. Deml sucht für das Portfolio Unternehmen, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes im Ökosektor erwirtschaften.

In dem Korb sind internationale Aktien von Unternehmen enthalten, die nach ökologisch und ethisch verantwortlichen Kriterien wirtschaften. So partizipieren Käufer des Papiers nicht nur an der Kursentwicklung der US-Supermarktkette Whole Foods Market, die vor allem Bio-Lebensmittel verkauft, sondern auch am Kurs des Technologiekonzerns Canon, dessen Wirtschaftsweise als besonders nachhaltig gilt. Auch die boomenden deutschen Solarwerte sind in dem Aktienkorb inzwischen enthalten.

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Vor allem der rasante Aufstieg der Solaraktien hat Öko-Investments in diesem Jahr lukrativ gemacht. Die Rally der Solarstromaktien basiert unter anderem auf einem Engpass bei der Siliziumförderung, dem Ausgangsmaterial für Solarzellen. Weil die bereits aktiven Hersteller über feste Lieferverträge für den Rohstoff verfügen, gilt ihre Marktposition als schwer angreifbar. Davon haben Aktionäre profitiert. Experten bezweifeln aber, dass die Kurse weiter so rasant steigen wie bisher. Auch wer mit reinem Gewissen Geld anlegen will, sollte Rendite und Risiko im Auge behalten.

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