Neues Zertifikat mit Airbag
"Genossen-Zertifikat" mit 10 Prozent Chance und Airbag

Ruhiger geworden ist es in letzter Zeit an der Garantie-Front. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich passen sich die Emittenten dem prozyklischen Verhalten der Anleger an, bei denen mit jedem neuen Jahreshoch der Indizes die Lust auf Gewinne zu- und das Interesse an Sicherheit abnimmt.

Sogar die DZ Bank, einer der Marktführer im Kapitalschutz-Bereich, wählt nun statt der Vollgarantie nur einen Airbag- Mechanismus. Dieser ist allerdings nicht mit einer gewöhnlichen Index-Partizipation verbunden, sondern mit einem neuartigen Stufenmodell: Notiert der Euro Stoxx 50 am Ende des ersten Jahres auf oder über seinem Stand vom 27. September 2004, wird der zu 100 Euro emittierte „10% MaxiRend Tracker“ vorzeitig zu 110 Euro zurückgezahlt (WKN 758 975, Laufzeit 27.09.07, Agio 2,50%, Max. Rendite 40%). Schon bei einer Seitwärtsbewegung sind also 10 Prozent Rendite sicher.

Dreifache Chance auf vorzeitige Rückzahlung

Ist der Index per saldo gefallen, bleibt das Zertifikat auf dem Markt und ein Jahr später gibt es eine neue Chan-ce – wird das Emissionsniveau diesmal übertroffen, ist die Fälligstellung mit einer fixen Rückzahlung von 120 Euro verbunden. Bei einer anhaltenden Schwäche des Index wiederholt sich das Spielchen im dritten Jahr, wobei ein gegenüber heute mindestens unveränderter Index-Stand dann 130 Euro einbringt. Spannend wird’s dann nach dem vierten Jahr, denn dann gibt es drei Möglichkeiten: Hat der Euro Stoxx 50 den Referenzstand übersprungen, kommen 140 Euro zur Auszahlung. Falls es auch diesmal wieder nicht geklappt hat, besteht immerhin die Chance, sein Kapital wiederzusehen – sofern die Verluste des Index per saldo nicht größer sind als 20 bis 40 Prozent (genauer geben die Genossen den Umfang des Airbags nicht an). Und wie bei den „S²Mart“-Produkten von UBS verlieren Sie als Anleger erst dann Geld, wenn die Verluste über die Schutzgrenze hinausgehen.

Chance/Risiko-Profil identisch mit einem Discount-Zertifikat

Trotz der vergleichsweise komplexen Struktur ist das Chance/Risiko-Profil recht einfach: Bei mindestens unver-ändertem Index-Stand winken „über den Daumen“ (d.h. ohne Berechnung von Zinseszins-Effekten) maximal 10 Prozent p.a., verbunden mit einem nur zur Fälligkeit wirkenden Risikopuffer von 20 bis 40 Prozent. Angesichts der limitierten Rendite-Chance drängt sich der Vergleich mit einem Discount-Zertifikat auf. Interessanterweise sind die Konditionen sehr ähnlich – der bis Ende 2007 laufende und mit einem etwa dem heutigen Index-Stand entsprechenden „Cap“ bei 2.400 ausgestattete EURO STOXX 50-„Discounter“ von HSBC Trinkaus (WKN 770 792) bietet aktuell 37,5 Prozent maximale Rendite und einen als Risikopuffer fungierenden Preisabschlag von rund 29 Prozent. Ein Mehrwert des „MaxiRend Trackers“ kann sich somit nur aus der vorzeitigen Rückzahlung ergeben, die jedoch ein zweischneidiges Schwert ist: Einerseits erlaubt das Produkt der Genossen eine automatische Realisierung von Zwischengewinnen, andererseits könnte die frühere Fälligkeit gerade im ersten Jahr zum Ärgernis werden. Denn angesichts von 2,5 Prozent Ausgabeaufschlag würden die 110 Euro Rückfluss nur 7,3 Prozent Rendite bringen.

Alternative für Discount-Investoren

Der Mechanismus hat also seine Tücken, erfreulich ist dagegen die für ein Kapitalschutz-Produkt recht kurze (Maximal)-Laufzeit von nur vier Jahren. Der „MaxiRend Tracker“ erscheint somit als bequeme Alternative für Investoren, die ansonsten alle zwölf Monate ein neues Discount-Zertifikat mit gut einjähriger Laufzeit erwerben würden. Wer dagegen länger als vier Jahre investieren kann bzw. will, ist mit den in der Regel sechsjährigen Bonus-Zertifikaten besser bedient, da man mit diesen Produkten unbegrenzt an steigenden Kursen profitiert. Die ziemlich unpräzise Aussage zum Airbag müsste im Rating eigentlich einen Punktverlust zur Folge haben, auf den wir hier ausnahmsweise verzichten wollen, da die DZ Bank gerade erst wieder unter Beweis gestellt hat, dass ihre Indikationen in der Regel sehr konservativ ausfallen: Beim „MultiZins“ (WKN 951 637) wurde mit einer Partizipationsrate von 63 Prozent geworben, herausgekommen sind nun sogar 80 Prozent.

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