Niedrige Wertentwicklung vieler Papiere enttäuscht die Investoren
Anleger wenden sich von Hedge-Fonds-Zertifikaten ab

Bei der Geldanlage in Hedge-Fonds sind Anleger in der Regel kaum noch bereit, Umwege in Kauf zu nehmen. Das zeigt die Entwicklung spezieller Zertifikate, deren Wert vom Erfolg der Hedge-Fonds abhängt. Weil die Erträge vieler Zertifikate die Anleger enttäuscht haben, trennen sie sich von den Papieren.

DÜSSELDORF. Statistiken zeigen, dass Hedge-Fonds-Zertifikate am Markt auf dem Rückzug sind.

Hedge-Fonds unterscheiden sich von traditionellen Fonds durch größere Freiheit ihrer Anlagestrategien. Zertifikate auf Basis dieser innovativen Fonds waren für deutsche Anleger ein bequemer Weg, um in deren alternative Strategien zu investieren. Denn bis Anfang 2004 durften Anteile an Hedge-Fonds in Deutschland nicht direkt vertrieben werden. Zertifikate sind dagegen handelbare Inhaber-Schuldverschreibungen von Banken, deren Rückzahlung sich an einem Basiswert orientiert. Als Basiswert kommen auch Hedge-Fonds in Frage.

Doch das Interesse für diese Form der Anlage sinkt. Laut Statistik des Derivate Forums ist das investierte Volumen in Hedge-Fonds-Zertifikaten im ersten Halbjahr um rund 20 Prozent gesunken. Die sieben Banken, die sich an der Statistik beteiligen, verwalteten Ende Juli 933 Mill. Euro in entsprechenden Papieren. Die Schweizer UBS, die als einziger Emittent bankbezogene Zahlen veröffentlicht, verzeichnet gut eine Milliarde in „sonstigen“ Zertifikaten, zu denen sie auch Hedge-Fonds-Produkte zählt. Auch die UBS verzeichnet Abflüsse aus dem Segment – allein im Juli sank das Volumen nach Angaben der Bank um 30 Mill. Euro.

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Enttäuscht sind die Anleger vor allem vom schwachen Abschneiden der Fonds im Vergleich zum Aktienmarkt. „Die Produkte haben die Erwartungen vieler Kunden nicht erfüllt“, sagt Andreas Raschdorf, Produktchef der DAB Bank. Das liegt unter anderem an den Strategien von Hedge-Fonds, die auf Kursschwankungen (Volatilität) und Fehlbewertungen setzen. „Die besten Dachfonds schaffen es gerade, ihre interne Kostenstruktur zu verdienen“, sagt Jürgen Bauer, Chef der Münchener Vermögensverwaltung Bauer & Co. In den Portfolios seiner Kunden gewichtet Bauer Single-Hedge-Fonds mit bis zu 35 Prozent. Zertifikate auf Hedge-Fonds setzt Bauer nicht mehr ein. „Daran verdient momentan nur, wer die Produkte anbietet“, sagt er. Im stark steigenden Aktienmarkt konnte kein Zertifikat den Dax auf Jahressicht schlagen.

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