Öl-Investments
Die Zeit der Öltanker

Der Ölpreis könnte bald deutlich steigen. Ölhändler mieten verstärkt Supertanker an, um Öl auf dem Meer zu lagern. Auch Privatanleger können von höheren Preisen profitieren – wenn sie nicht einen großen Fehler machen.
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DüsseldorfDas weltweite Überangebot an billigem Erdöl bringt die Händler der Branche auf ungewöhnliche Ideen: In der Hoffnung auf künftig wieder anziehende Preise, mieten sie Industriekreisen zufolge derzeit verstärkt Supertanker an, um den Rohstoff erst einmal auf hoher See zu lagern. Zu den Unternehmen gehören etwa der größte unabhängige Ölhändler Vitol oder die in der Schweiz ansässige Trafigura, aber auch der Energiekonzern Shell, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Schifffahrts- und Frachtmaklerkreisen.

Vitol etwa buchte den Informationen zufolge mit der „TI Oceania“ einen der größten Supertanker überhaupt, der ein Fassungsvermögen von drei Millionen Barrel hat, das sind fast eine halbe Milliarde Liter. Trafigura sicherte sich mit der „Nave Synergy“ ebenfalls einen Mega-Tanker und Shell buchte mit der „Xin Run Yang“ und der „Xin Tong Yang" gleich zwei solcher Schiffe.

Den Schifffahrtslisten zufolge kosten die Tanker zum Teil deutlich weniger Miete als sonst üblich, da es sich oft um ältere Schiffe und um langfristige Mietverträge von bis zu zwölf Monaten handelt. Den Informationen zufolge konnten die Händler Mieten von weniger als 40.000 Dollar am Tag aushandeln, was 20.000 bis 30.000 Dollar unter dem jüngsten Durchschnitt liegt.

Die Händler spekulieren auf einen Anstieg des zuletzt bis um die Hälfte gefallenen Erdölpreises. So kostet ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseemarke Brent zu Lieferung Ende 2015 acht Dollar mehr als der derzeit am Spotmarkt. Wenn die Kosten am Terminmarkt höher liegen als am Tagesmarkt, wird dies als Contango bezeichnet, die gegensätzliche Situation heißt Backwardation.

Am Spotmarkt war der Preis am Mittwoch auf 49,66 Dollar pro Barrel gefallen und lag damit so tief wie seit 2009 nicht mehr. Der Grund: Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) haben sich nicht auf eine Reduzierung ihrer Förderquoten geeinigt, gleichzeitig fördern die USA mehr Schieferöl.

Insgesamt wurden nach ersten Schätzungen bislang zwischen zwölf und 15 Millionen Barrel an Lagerkapazitäten auf See gebucht. Und es gebe weitere Anfragen, verlautete aus den Schifffahrtskreisen. Beim letzten Ölpreisverfall 2009 waren hatte es mehr als 100 Millionen Barrel Lagerkapazität auf See gegeben. Nach Einschätzung von Analysten von JBC Energy in Wien könnte die Lagerung dort zumindest zeitweise auch den Erdölpreis auf den Märkten stabilisieren.

Kommentare zu " Öl-Investments: Die Zeit der Öltanker"

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  • Als ob so ein Tanker keine Betriebskosten hätte. Auch die Versicherungen werden so etwas heutzutage gar nicht lustig finden. Außerdem ist der geringe Oelpreis ein Politikum, da werden ein paar Tankerknechte sich ganz leicht die Finger verbrennen - und, das ist ganz gut so ;-)

  • Das erinnert an die "schönen" Zeiten der Ölkrise Anfang der 70er im letzten JH.
    Chemische Grundstoffe in mittelgroßen Tankern konnten schon vor der Beladung gekauft, dann während der Fahrt (langsame zumeist) ver- und wieder angekauft werden.

    Das Angebot war groß am (inoffiziellen) Markt - und es wurde reichlich genutzt.

  • Das erinnert an die "schönen" Zeiten der Ölkrise Anfang der 70er im letzten JH.
    Chemische Grundstoffe in mittelgroßen Tankern konnten schon vor der Beladung gekauft, dann während der Fahrt (langsame zumeist) ver- und wieder angekauft werden.

    Das Angebot war groß am (inoffiziellen) Markt - und es wurde reichlich genutzt.

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