Ölpreise
Schmiermittel oder klebrige Masse?

Der Ölpreis-Verfall nimmt seinen Lauf. Für den einen ist der fallende Preis Aufputschmittel für die globale Konjunktur. Andere sehen in dem Einbruch den Vorboten einer nachlassenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft.
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Erdöl ist ein wichtiges Schmiermittel der Wirtschaft. Es wird vor allem als Energieträger (Benzin, Heizöl usw.) genutzt, dient aber auch als Rohstoff für unzählige weitere Produkte. Der Preis für das „schwarze Gold“ ist daher in vielen Industrien aber auch für viele Verbraucher ein wichtiger Kostenfaktor. Günstigere Preise für Erdöl und für darauf basierende Erzeugnisse können daher folglich zu Einsparungen führen und dadurch Gelder für andere Dinge frei werden, was sich letztlich stimulierend auf die gesamte Konjunktur auswirken soll.

Zum Beispiel geht der IWF bei einem Ölpreisrückgang von 30 Prozent von einem zusätzlichen Wirtschaftswachstum von rund 0,8 Prozent in ölimportierenden Ländern aus. Hierzulande machte jüngst zudem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Schlagzeilen. Er spricht aufgrund des kräftigen Ölpreiseinbruchs seit Mitte 2014 von einem milliardenschweren Konjunkturpaket. Sollten die Notierungen auf dem aktuellen Niveau
verharren, würden hiesige Firmen und Verbraucher 2015 um 20 Milliarden Euro entlastet.

Jüngst waren die Preise für das US-Öl WTI und das Nordseeöl Brent unter die Marke von 50 US-Dollar gerutscht. Sie erreichten damit das niedrigste Niveau seit April 2009. Aber wird die Feierlaune über die günstigen Effekte durch das wesentlich billigere Erdöl nachhaltig sein? Zwar wird der drastische Verfall seit Sommer 2014 von mehr als 50 Prozent vor allem auf ein Überangebot an Rohöl auf dem Weltmarkt zurückgeführt, angesichts der vielerorts ausgeweiteten Produktion, zum Beispiel in den USA (Stichwort: Fracking).

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