Oft rentabler als Direktinvestment
Hedge-Fonds über Zertifikate erschließbar

In vielen Fällen ist ein Zertifikat auf Hedge-Fonds rentabler als ein Investment direkt in Fonds.

„Enttäuschend“ – so die Bilanz der Presse über die angebotenen Hedge-Fonds-Produkte in Deutschland. Sicherlich, einzelne Strategien, wie etwa die Wandelanleihen-Arbitrage, enttäuschten. Auf Merger-Arbitrage spezialisierte Hedge-Fonds konnten deutlich zulegen.

Generell war es ein schweres Jahr mit zum Teil hohen Mittelrückflüssen aus dem Retailbereich. Die Gründe für die schwache Performance einzelner Produkte gehen aber über die Wertentwicklung der einzelnen Strategien hinaus: Hohe Gebühren und Überdiversifikation lauten die Kritikpunkte.

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Bei Renditen der Dachprodukte von über zehn Prozent akzeptierten Anleger anfangs noch Gebühren von oft mehr als fünf Prozent, etwa für Aussgabeaufschlag und Managementgebühr. Doch durch sinkende Renditen, auch bedingt durch das niedrigere Zinsniveaus, ist dies oft nicht mehr akzeptabel. Da das Zinsniveau direkten Einfluss auf die erzielten Renditen bei vielen Strategien nimmt – liquide Mittel werden geparkt – avisieren nun viele Fonds die erwartete Zielrendite über einen Referenzzinssatz plus Aufschlag. In Summe sollten reduzierte Erwartungen auch zu günstigeren Gebühren führen, damit der Investor auch in schwachen Jahren eine positive Performance erzielt. Diese Antwort bleiben bislang die meisten angebotenen Produkte noch schuldig. Es zeigt sich, dass bei weltweit 7 000 Fonds die Wahl der Strategien aus Makro-Sicht sowie die Auswahl der Fonds in den einzelnen Ausrichtungen wichtiger denn je ist.

Bei der Frage der Verpackung – Fonds oder Zertifikat – wird häufig aus Sicht der jeweiligen Vertriebspartner argumentiert. Aus Sicht des Anlegers kann diese Frage rasch geklärt werden. Dem weltweiten Zugang zu Hedge-Fonds bei Zertifikaten steht das Argument des Sondervermögens bei Fonds gegenüber. Werden aber weitere Dienstleistungen des Emittenten, wie etwa Währungssicherung benötigt, fällt die Entscheidung schnell zu Gunsten des Zertifikates.

Mit entsprechend strukturierten Zertifikaten können die entscheidenden zwei Fehler der Vergangenheit bekämpft werden. Zum einen wird nur in Fonds auf regionaler Ebene – Nordamerika, Japan und Europa – diversifiziert. Zudem sollte der Ansatz innerhalb eines Strategiesektors mit Long/Short-Equity-Funds verbleiben. Etablierte Strategieberater sichern zudem die Qualität der Analyse. Bei enstprechender Strukturierung kann die geringe Volatilität der Strategien nicht durch eine hohe Währungsunsicherheit überlagert werden.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Aktienkurse nicht endlos steigen werden und nicht zuletzt jetzt Diversifikation über mehrere Vermögensklassen unabdingbar ist. Auch wenn Hedge-Fonds derzeit nicht sonderlich gefragt sind, sollten Anleger sie nicht aus dem Auge verlieren. Bei der Auswahl gilt es, nach Qualität, Transparenz, Liquidität und Kostengesichtspunkten auszuwählen.

Roland Lang ist Derivate-Spezialist der Citigroup.

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