Portfoliostrukturierung
Währungen als Anlagen entdeckt

Schwankende Wechselkurse stellen für global anlegende Investoren seit jeher eine Herausforderung dar. Problematisch ist, dass schwer vorherzusehen ist, in welche Richtung sich die Kurse bewegen und wie stark sie schwanken. Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelt sich die Asset-Klasse Devisen in letzter Zeit immer mehr zu einem Trendthema – und das aus gutem Grund.

FRANKFURT. In den vergangenen fünf Jahren haben der US-Dollar oder der japanische Yen gegenüber dem Euro um rund ein Drittel an Wert eingebüßt. Dabei mussten viele Anleger leidvoll erfahren, was es heißt, in ein ungesichertes Portfolio investiert zu haben.

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Eine Besonderheit von Währungen ist außerdem, dass die Kurse meist doch in gewissen Bandbreiten schwanken, während Aktien beispielsweise – zumindest langfristig betrachtet – grundsätzlich nach oben laufen. Die Folgen sind deutlich höhere Anforderungen an das Management und der Einsatz komplexer Termin- und Optionskontrakte.

Trotz dieser Schwierigkeiten entwickelt sich die Asset-Klasse Devisen in letzter Zeit immer mehr zu einem Trendthema. Hintergrund ist, dass Währungen eine sehr geringe Korrelation zu etablierten Anlagen wie Aktien und Anleihen aufweisen und daher zur Diversifikation von Portfolios geeignet sind. Außerdem erlauben sie es Investoren, indirekt an Themen wie Rohstoffen oder Emerging Markets zu partizipieren; deren Entwicklung spiegelt sich letztlich auch in den Wechselkursen wider. Dass Währungsmärkte nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren, hat vor allem einen Grund: Die große Mehrheit der Marktteilnehmer strebt nicht nach Gewinnmaximierung, sondern handelt transaktionsgetrieben. Zentralbanken wollen beispielsweise häufig bestimmte Wechselkurse aufrechterhalten, und Unternehmen sowie Portfolio- Manager sind bestrebt, die Währungsrisiken ihres internationalen Geschäfts beziehungsweise ihrer Portfolios abzusichern. „Die Folgen sind irrationale Marktbewegungen, die Anleger durch taktisch sinnvolle Käufe und Verkäufe gewinnbringend nutzen können“, erklärt Richard Zellmann von der Frankfurter Fondsgesellschaft First Private, die mit dem Forex Global Fonds im September 2006 ein entsprechendes Produkt aufgelegt hat.

Dass Währungsstrategien in der Vergangenheit ein überdurchschnittliches Risiko-Rendite-Profil aufgewiesen haben, ist Zellmann zufolge auch auf die hohe Liquidität und die geringen Transaktionskosten zurückzuführen. First Private setzt bei dem Fonds auf mehrere Handelsansätze. Diese beinhalten sowohl Trendfolge- als auch Momentum-Strategien, so dass Positionen entweder mit Trends mitlaufen oder in Seitwärtsphasen Marktschwankungen nutzen können. Hinzu kommen eine passive Optionsstrategie und ein Carry-Trade-Ansatz, der auf Basis aktueller Zinsdifferenzen Long-Positionen in hochverzinslichen und Short-Positionen in niedrig verzinsten Währungen eingeht.

Kurz zuvor ist Sal. Oppenheim mit dem OP FX Opportunities an den Markt gekommen, der ebenfalls einem technischen Ansatz folgt. Das Anlageuniversum besteht sowohl aus etablierten Leitwährungen – wie dem Euro, dem US-Dollar und dem Yen – als auch Währungen aus Schwellenländern und Konvergenz-Ländern wie Polen und Ungarn. Für jede Währung wird in der Folge bestimmt, ob eine Trendfolge- oder eine Carry-Trade-Strategie eingeschlagen werden soll. Anschließend geht es arbeitsteilig weiter: Während ein Computermodell die Richtung der Strategie vorgibt, bestimmt das Team rund um Fondsmanager Achim Walde das Ausmaß des Exposures.

Ein Impulsgeber für die Entwicklung von Währungsprodukten made in Germany ist das neue Investmentrecht, das den Einsatz von Long- und Short-Positionen ermöglicht. Das heißt, Investoren können jetzt nicht mehr nur von Fremdwährungsaufwertungen gegenüber dem Euro, sondern auch von fallenden Kursen profitieren.

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