Produkte auf einzelne Aktien erobern den Markt
Anleger setzen auf Immobilien-Zertifikate

Die Emittenten von Zertifikaten haben Beton und Steine für sich entdeckt. Zunehmend kommen Finanzprodukte auf den Markt, deren Wertentwicklung von Aktien oder Indizes des Immobiliensektors abhängt. Dabei bietet die Branche eine Vielzahl unterschiedlicher Konstruktionen an – je nach Spekulationsfreude der Anleger.

HB DÜSSELDORF. Zertifikate sind verbriefte Derivate – Anleihen ähnlich –, deren Rückzahlung von der Entwicklung eines Basiswerts, meist Aktie oder Index, abhängt (siehe „Spekulieren auf solider Basis“). Banken sichern die Konstruktionen ab, indem sie in die Basiswerte investieren. Da Zertifikate täglich handelbar sind, müssen Banken diese Absicherung auch jederzeit anpassen können. Deswegen sind Immobilienzertifikate nur auf Basis von Aktien oder Aktienindizes konstruierbar.

Vor allem Produkte auf der Basis einzelner Aktien kommen momentan auf den Markt. Die Zertifikate beziehen sich auf Anteilsscheine von Immobilienfirmen und – wo es sie gibt – auf so genannte Real Estate Investment Trusts (Reits), eine steuerbegünstigte Form der Immobilienaktie. Für Anleger, die sich auf Deutschland konzentrieren wollen, gibt es bisher nur Produkte auf der Basis von Aktien mehrerer Branchen, denn mit den wenigen liquiden Immobilienaktien hierzulande lässt sich kein aussagekräftiger Index konstruieren. Zu den jüngsten Emissionen gehören Papiere der Deutschen Bank, deren Wert sich auf die Aktien von Deutsche Euroshop, Deutsche Wohnen, Hypo Real Estate und IVG Immobilen beziehen. „Das Thema Immobilien ist aufgrund der massiven Einkäufe angelsächsischer Investoren wie beispielsweise Terra Firma auf dem deutschen Markt momentan in aller Munde.

Deswegen wollten wir Anlegern Investitionsmöglichkeiten für diesen Markt bieten“, sagt Steffen Scheuble von der Deutschen Bank. Die Bank liefert die Papiere jeweils in zwei Ausführungen: Für konservative Anleger bietet sie Discount-Zertifikate an, die Kursverluste teilweise abfedern, dafür aber die Gewinnmöglichkeiten limitieren. Offensive Anleger können die Papiere als Outperformance-Zertifikate kaufen. Hier entspricht das Risiko dem der jeweiligen Aktie – Gewinne oberhalb eines festgelegten Aktienkurses (Basispreis) bekommt der Anleger aber bis zu 190 Prozent ausbezahlt. „Die Outperformance-Zertifikate sind Boomprodukte für einen Boommarkt“, sagt Scheuble. Bei den Papieren von Deutsche Euroshop und Deutsche Wohnen verzichtet der Anleger dabei auf Dividendenrenditen von mehr als vier Prozent. Die Gewinn- und Sicherheitsversprechen gelten nur zum Ende der Laufzeit des Zertifikats.

Seite 1:

Anleger setzen auf Immobilien-Zertifikate

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%