Regress für Zertifikate Anleger
Lehman-Opfer erzielen nur Teilerfolg

Die Mehrheit der von der Lehman-Pleite betroffenen Citibank-Kunden erhält voraussichtlich keine Entschädigung. Lediglich 25 Prozent der Anleger könnten mit einer Zahlung rechnen, die im Schnitt bei der Hälfte ihres investierten Betrages liegen dürfte, sagte Franz Josef Nick, Chef der inzwischen zur französischen Crédit-Mutuel-Gruppe zählenden Citibank in Deutschland. Das Institut habe dafür einen Gesamtbetrag von rund 27 Mio. Euro vorgesehen.

DÜSSELDORF. Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, bezeichnete diese Summe als Kompromiss. "Wir hätten uns auch einen deutlich höheren Betrag vorstellen können." Die Lösung wurde erzielt, nachdem sich knapp 1 000 Bankkunden bei den Verbraucherschützern über falsche Beratung beklagt hatten. Sie können nun bis zum Jahresende ihre Ansprüche geltend machen.

Nick räumte mit Bezug auf die früheren Beratungspraktiken seines Instituts Fehler ein: "Manchmal passierten schon obskure Geschichten." In den vergangenen Monaten hatten bereits einige Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen Kunden entschädigt, deren Lehmann-Zertifikate durch die Pleite der US-Bank wertlos geworden waren. Sie hatten wie die Citibank und die inzwischen zur Commerzbank gehörende Dresdner Bank solche Produkte in größerem Stil vertrieben.

Geld für Lehman-Opfer

Mehr als ein halbes Jahr nach der Pleite der US-Bank erstattet die Citibank einen Teil des investierten Betrages. Kunden können mit einer Rückzahlung von 30 bis 80 Prozent des investierten Kapitals rechnen. "Das Vertrauen in die Banken ist nachhaltig erschüttert worden", sagt Franz Josef Nick, Vorstandsvorsitzender der Citibank Deutschland, die zur französischen Credit Mutuel gehört. "Wir möchten es zurückgewinnen".

Die Citibank ist die erste Bank, die Kunden pauschal entschädigt. Die inzwischen von der Commerzbank übernommene Dresdner Bank, Hamburger und Frankfurter Sparkasse setzen bislang auf Einzelfalllösungen. Wer die Banker nicht davon überzeugen kann, dass sie falsch beraten haben, bleibt nur der Gang zum Anwalt. So war es bislang auch bei der Citibank. Bisher hat das Institut rund 600 000 Euro an hundert Lehman-Anleger ausgezahlt. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) ist nach eigenen Angaben bisher 1 000 ihrer rund 3 700 betroffenen Kunden "finanziell entgegen gekommen". Zehn Mio. Euro zahlte die Haspa ihnen.

Citibank, Dresdner, Haspa und Frankfurter Sparkasse haben in Deutschland die meisten Zertifikate von Lehman verkauft. Mit der Pleite der US-Bank sind die Papiere wertlos geworden. Insgesamt sollen in Deutschland bis zu 50000 Anleger betroffen sein. Viele pochen auf Entschädigung durch die Banken, die ihnen die riskanten Papiere verkauft haben.

Seite 1:

Lehman-Opfer erzielen nur Teilerfolg

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%