Rendite bei Zertifikaten
Garantieprodukte sind kostspielig

Bei Garantiezertifikaten liegen die Renditechancen je nach Produkt weit auseinander. Das ergibt die Untersuchung von 24 Papieren auf Basis des europäischen Aktienindexes Euro Stoxx 50. Nach Handelsblatt-Berechnungen liegt die durchschnittliche Rendite der Papiere unterschiedlicher Laufzeiten vor der Fälligkeit zwischen minus sechs Prozent und plus 16 Prozent pro Jahr.

HB DÜSSELDORF. Die Berechnungen zeigen, dass Anleger bei Garantieprodukten genau auf die Konditionen achten sollten. Fällt der Kurs des Zertifikats während der Laufzeit unter den Ausgabepreis, ist ein Verkauf nur mit Verlust möglich. Die Rückzahlung des eingesetzten Betrags und eine Beteiligung an Kursgewinnen des Basiswerts sind nur zum Ende der Laufzeit sicher.

Vorher hängt der Kurs der Zertifikate nicht nur vom Preis des Basiswerts, sondern auch von dessen Schwankungen und dem Zinsniveau ab. „Es kann sein, dass sich der Aktienmarkt gut entwickelt, gleichzeitig aber die Zinsen steigen – dann liefert das Garantiezertifikat nur eine geringe oder gar keine Performance“, sagt Holger Bosse von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Er rät daher zu so genannten Barrierekonstruktionen. Dazu zählen beispielsweise Bonuszertifikate, deren Wertentwicklung nicht so stark vom Zinsniveau abhängt. Außerdem sind die Erträge – anders als bei Garantietiteln – steuerfrei.

Trotzdem haben Anleger laut Statistik des Derivate Forums mehr als 24 Mrd. Euro in Garantiezertifikate investiert. Im Detail gleicht kaum eine Konstruktion der anderen. Die Betrachtung von 24 Papieren ist daher nicht repräsentativ. Sie zeigt aber, wie stark die Renditen variieren können.

Zu den Papieren mit der höchsten Rendite gehört ein Zertifikat von HSBC Trinkaus & Burkhardt, das vor einem Jahr auf den Markt kam (ISIN DE000TB8RBM5). Bei Fälligkeit im Jahr 2011 verspricht die Bank 120 Prozent der Gewinne des EuroStoxx zusätzlich zur Kapitalgarantie. Gegenüber dem Ausgabepreis steht das Papier deutlich im Plus, so dass sich bisher eine Rendite pro Jahr von 16 Prozent ergibt. Eine Direktinvestition in den Index hätte fast 22 Prozent ergeben – allerdings ohne Absicherung.

Ganz anders sieht es bei einem älteren Zertifikat der Dresdner Bank aus (ISIN DE0001742021). Es wurde im November 2001 aufgelegt und notiert heute mehr als 200 Euro unter dem Garantiebetrag von 1 000 Euro – eine Negativrendite von sechs Prozent pro Jahr. Die besondere Konstruktion des Papiers wurde den Anlegern zum Verhängnis: Die Verzinsung am Ende der Laufzeit ergibt sich aus dem Durchschnitt von zehn Indexständen seit 2001. Weil neun der Beobachtungstage bereits vergangen sind, wird das Papier die Verluste der Börsenbaisse auch zum Ende der Laufzeit in diesem Jahr kaum mehr wettmachen.

Weil viele Garantiezertifikate noch komplizierter gestrickt sind, ist der Performancevergleich der Papiere schwierig. Die Ratingagentur Scope will trotzdem Noten für Garantieprodukte vergeben. „Es wird dabei sicher erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Papieren geben“, sagt Scope-Analyst Felix Herter voraus. Das Modell bewertet das Chance-Risiko-Profil von Zertifikaten; in der Branche ist es aber noch umstritten.

Wette auf Aktien und Anleihen

Konstruktion: Garantiezertifikate verhalten sich in der einfachsten Form wie die Kombination einer Anleihe mit einer Option auf den Basiswert (hier: Euro-Stoxx-50-Index). Oft ist der Basiswert ein Index oder Aktienkorb.

Kursverlauf: Während der Laufzeit steigt der Wert der Anleihe, wenn die Zinsen sinken. Der Preis der Option hängt vom Basiswert, seiner Schwankungsbreite und von der Zeit bis zur Fälligkeit ab. Anleihen- und Optionspreis können den Wert des Zertifikats in entgegengesetzte Richtungen beeinflussen.

Risiko: Erst zum Ende der Laufzeit ist die Rückzahlung der eingesetzten Summe garantiert – sofern der Emittent noch zahlungsfähig ist. Deswegen sollten Anleger bei Zertifikaten – vor allem mit langen Laufzeiten – die Bonität des Emittenten beachten.

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