Risikofreudige Kunden gesucht
Mehr Vielfalt für Spekulanten

Neben der großen Masse sicherheitsorientierter Anleger gibt es hierzulande auch eine relativ kleine Gruppe von rund 150 000 bis 200 000 aktiven Tradern, die mit spekulativeren Produkten den schnellen Gewinn suchen. Entsprechend floriert der Handel mit Optionsscheinen und Hebelzertifikaten, der sich in Deutschland etabliert hat.

FRANKFURT. Neben den Banken drängen zunehmend spezialisierte Anbieter auf den Markt und werben um diese risikofreudigen Spekulanten. Mit Produkten wie „Contracts for Difference (CFDs)“, „Click-Options“ oder „Box-Options“ wollen diese Finanzdienstleister den etablierten Emittenten Kunden abnehmen. Ihr Lockmittel: Extreme Hebel für außerordentliche Kursgewinne schon bei geringem Einsatz.

Besonders aggressiv werben zurzeit die Anbieter von CFDs um Anleger, allen voran CMC Markets. Seit 2005 bietet das britische Unternehmen solche Differenzkontrakte an, mit denen Investoren außerbörslich auf kurzfristige Kursveränderungen von Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen spekulieren können – sowohl auf steigende, als auch auf fallende Kurse. Dabei zahlen Anleger nicht den kompletten Preis des Basiswertes, sondern hinterlegen nur einen Bruchteil davon als Sicherheitsleistung. Dadurch kommen extreme Hebel zustande.

Bei den Kunden ist das Konzept nach Auskunft der Anbieter ein großer Erfolg. Auf 20 Prozent beziffert etwa CMC-Deutschland-Chef Stefan Riße den Anteil der eigenen Produkte am deutschen Markt für Hebelprodukte. Im ersten vollen Handelsjahr hätten die Kunden bereits ein Gesamtvolumen von 80 Mrd. Euro bewegt. Das wäre deutlich mehr, als im vergangenen Jahr an deutschen Börsen insgesamt mit Optionsscheinen und Hebelzertifikaten umgesetzt wurde.

Wie diese gewaltigen Umsätze zustande kommen, verrät CMC allerdings ebenso wenig wie die Zahl seiner Kunden. Die Banken jedenfalls spüren nach eigenem Bekunden keine Einbußen im Geschäft mit Optionsscheinen und Hebelzertifikaten: „Unsere Umsätze in dem Bereich gehen nicht zurück“, sagt Ralph Stemper, Derivate-Experte der Commerzbank. Ähnlich antworten die anderen großen Emittenten. Gleichwohl beobachten die Banken die Entwicklung des CFD-Segmentes ganz genau: „Wir werden sicherlich keinen Trend verschlafen“, sagt Stemper.

Einen Schritt weiter ist bereits die niederländische ABN Amro, die zusätzlich zu Optionsscheinen und Hebelzertifikaten seit einiger Zeit über die Plattform Marketindex unter anderem Differenzkontrakte anbietet. „Natürlich machen wir uns damit zum Teil hausintern Konkurrenz, aber wir gehen davon aus, dass die einzelnen Produkte verschiedene Anlegergruppen ansprechen“, sagt die Leiterin von Marktindex Sarah Brylewski. „CFDs richten sich an Investoren, die mehrmals am Tag handeln.“

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