Risikopuffer
Anleger im Dividendenrausch

Zinsen wird es in den kommenden Jahren quasi nicht mehr geben. Das ist ausgemachte Sache. Selbst Anleger, die bisher lediglich auf den Werterhalt ihres Vermögens geachtet haben, müssen deshalb umdenken.
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DüsseldorfIn guten wie in schlechten Börsenzeiten – auf Dividendenzahlungen können sich Anleger bei vielen Unternehmen verlassen. Sie wirken für die Aktionäre als Risikopuffer und bescheren ihnen auch in Zeiten von Niedrigzinsen einen regelmäßigen Kapitalfluss.

Erst vor wenigen Wochen hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Katze aus dem Sack gelassen: Sie belässt nicht nur die Zinsen niedrig, sondern kauft nun monatlich Staatsanleihen im Wert von sagenhaften 60 Milliarden Euro. Mario Draghi mag damit nicht überall auf Verständnis stoßen – doch Aktionäre lieben ihn, denn er sorgt für gute Laune an Europas Börsen. Die Schattenseite: Billiges Geld ist ein Graus für Zinssparer. Bundesanleihen bringen derzeit nach Steuern und Inflation unter dem Strich negative Erträge. Selbst rumänische oder bulgarische Staatsanleihen mit 18 bis 30 Monaten Restlaufzeit rentieren mit weniger als einem Prozent Rendite per annum.

Wer wenigstens zwei oder drei Prozent Rendite einfahren will, muss schon auf Anleihen von Unternehmen mit niedriger Bonität ausweichen. „Wer als konservativer Investor Wert auf regelmäßigen Kapitalfluss aus festverzinslichen Anlagen legt und gleichzeitig ruhig schlafen möchte, kommt angesichts solcher sich bietenden Anlagealternativen ins Grübeln“, sagt Jakob Penndorf, Vermögensverwalter bei Gebser & Partner in Frankfurt. „Auch Kunden, die vornehmlich den Wert ihres Vermögens erhalten wollen, müssen umdenken.

Als Alternative zu Zinsstrategien bieten sich da zunehmend Dividendenstrategien an“, so Penndorf. Dividendenstarke Aktien gibt es noch genug: Im laufenden Jahr bieten die 30 Dax-Konzerne eine durchschnittliche Dividendenrendite von etwa drei Prozent, Euro Stoxx 50-Aktien warten mit durchschnittlich 3,5 Prozent per annum auf.

Was dividendenstarke Aktien zusätzlich attraktiv macht: „In der Vergangenheit haben sich solche Papiere in der Regel besser entwickelt als der Marktdurchschnitt“, so Penndorf. So ist es kein Zufall, dass in den zurückliegenden Jahren immer wieder Fonds und Finanzprodukte auf den Markt kamen, die sich auf die Dividenden-Stars unter den Aktien konzentrieren. Ein Beispiel dafür ist der der ETF Euro Stoxx Select Dividend 30 von iShares (WKN 263528), der die Wertentwicklung der 30 dividendenstärksten Aktien aus den Ländern der Euro-Zone nachvollzieht.

Der Index, der dem ETF als Basiswert dient, enthält ausschließlich Unternehmen, deren Dividende in den vergangenen fünf Jahren nicht gesunken ist und bei denen das Verhältnis von Dividende zu Gewinn je Aktie höchstens 60 Prozent beträgt. In den zurückliegenden zwei Jahren ist der Wert des Index um 29 Prozent gestiegen. Für Dividendenjäger ist das ein sehr angenehmer Nebeneffekt. Wichtiger für sie: Der ETF schüttet regelmäßig die Dividenden der im Index enthaltenen Aktien aus. So kann der ETF in einem Portfolio zu regelmäßigen Kapitalflüssen beitragen.

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  • Ihr Weg ist ein Weg, einer von Vielen . Doch nicht immer ist es sinnvoll, eine Kuh zu kaufen, wenn man nur ein Glas Milch trinken will. Sprich: Als Immobilieneigentümer hat man natürlich auch Verwaltungsaufwand, insbesondere Nachvermietungsrisiken und Revitalisierungskosten zu berücksichtigen. Diese belasten die Mietrendite. Indirekte Immobilien-Investments haben den Reiz, dass man sich um nichts scheren muss und trotzdem eine ordentliche Rendite erzielt. Es kommt wie gesagt auf den Anbieter an. Ich würde mein Geld ganz sicher nicht jedem Initiator anvertrauen und mir das Investitionsmodell ganz genau anschauen. In jedem Fall kann man mit Sachwertanlagen in Immobilien derzeit nichts falsch machen, außer zu teuer einzukaufen.

  • Herr Christian Blank@
    Ich will Sie nicht ärgern aber wenn ich eine Wohnung kaufen will, dann mache ich das. Irgendwelche Zettel kaufe ich bestimmt nicht.

  • Eine interessante Rendite-Alternative können die neuen KAGB-regulierten Immobilienfonds mit Spezialisierung auf Wohnimmobilienentwicklung sein. Sie sind aufgrund eines ausgeglichenen Rendite/Risiko-Profils meiner Meinung nach planbarer als Aktien. Es kommt jedoch auf den Anbieter an. Hier ist sorgsam zu selektieren, wie die Investitionen erfolgen, z.B. reine Eigenkapitalbasis, möglichst hoher Streuungsgrad in mehrere Objektentwicklungen und Konzentration auf die stark nachgefragten Metropolregionen (insbesondere Berlin). Wichtig ist dabei auch der Exit: Ein Immobilienfonds mit Bestandshaltung, der die Rendite durch die Vermietung von Immobilien erzielt, wird sich sicher schwerer tun, als ein Beteiligungsangebot, bei dem die Wohnungen zum Zeitpunkt der höchsten Wertschöpfungsphase im Leben einer Immobilien sofort verkauft werden. Bei letzterem ist jedoch der Exit sicherzustellen.

    Als Anleger sollte man in seinem Portfolio ohnehin nicht einseitig auf Aktien setzen - es geht auch wieder genauso schnell bergab und dann ist das Gejammer groß. Insofern Sachwertanlagen in jedem Fall einbeziehen in die Anlageentscheidung. Es wäre begrüßenswert, wenn der Autor im Rahmen eines weiteren Artikels auf seriöse Anlage-Alternativen hinweisen würde, die ebenso Rendite liefern, ohne die Risiken zu forcieren.

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