Rohstoff-Zertifikat: Von David gegen Goliath profitieren

Rohstoff-Zertifikat
Von David gegen Goliath profitieren

Viele Rohstoff-Zertifikate haben den Anlegern Verluste beschert, obwohl der Basiswert gestiegen ist. Die US-Investmentbank Merrill Lynch geht dieses Problem mit einem so genannten Alpha-Produkt an.

DÜSSELDORF. Viele Rohstoff-Anleger kennen das Problem: Der Basiswert an den Spotmärkten steigt, doch das Zertifikat verliert an Wert. Der Grund sind so genannte Rollverluste, die beim Wechsel in einen Future mit längerer Laufzeit entstehen können. Erst durch dieses regelmäßige "Rollen" können Emittenten beispielsweise Indexzertifikate auf Rohstoff-Futures mit Endlos-Laufzeiten anbieten. Liegen die Preise der länger laufenden Kontrakte über denen der früher fällig werdenden, spricht man von einer Contango-Situation, in der so genannte Rollverluste hingenommen werden müssen. Im Gegensatz zur umgekehrten Backwardation-Situation, bei denen Rollgewinne erzielt werden können.

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Das Rollen kann nach einer Untersuchung der US-Bank Merrill Lynch auch andere Folgen haben. So rollte der » Goldman Sachs Commodity Index (GSCI), der seit 1991 berechnet wird, mit einem Volumen von 150 Milliarden Dollar seine Positionen über einen Zeitraum von fünf Tagen. „Durch seine Größe bewegt er die Preise in den teils sehr illiquiden Kontrakten zu seinem Nachteil“, sagt Felix Pachernegg, Derivate-Experte von Merrill Lynch. Der mit einem Volumen von knapp 10 Mrd. Dollar wesentlich kleinere » Merrill Lynch Commodity-Index“ (MLCX) hingegen rolle über einen Zeitraum von 15 Tagen, dadurch werde der Rolleffekt minimiert.

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Doch nicht nur die Hohe des Rollvolumens, sondern auch die Wahl des Future-Kontraktes, in den gerollt wird, hat offenbar Auswirkungen auf die Performance. Während der GSCI in den nächsten Terminkontrakt einsteigt, wird beim MLCX genau dieser verkauft und erst in den nächstfolgenden investiert. „Dadurch erwirtschaftet der MLCX ein Outperformance, weil genau dann verkauft wird, wenn der GSCI die Preise durch den Kauf nach oben bewegt“, erläutert Pachernegg.

Die US-Investmentbank bringt nun ein Alpha-Zertifikat auf den Markt, das von genau diesem Outperformance-Effekt profitieren soll » (WKN ML0BS2). Das heißt: Nicht die absolute Entwicklung eines Wertes, sondern die relative Performance zwischen GSCI und MLCX ist für den Anlageerfolg des Zertifikats entscheidend. Der Wert des Papiers steigt, wenn der MCLX höher als der GSCI notiert und umgekehrt. Laut Merrill-Lynch-Rückrechnung gab es seit 1998 eine Outperformance von 16,7 Prozent jährlich. Durch die Alpha-Struktur sinkt die Volatilität deutlich. Während Indizes eine Schwankungsbreite von mehr als 20 Prozent jährlich aufweisen, sinkt diese beim neuen Alpha-Produkt laut Rückrechnung auf 5,4 Prozent.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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