Rohstoff-Zertifikate
Anleger wittern wieder Chancen bei Rohöl

Im Juli kostete ein Barrel Öl zeitweise mehr als 145 US-Dollar. Heute ist ein mit Rohöl gefülltes Fass keine 50 Dollar mehr wert. Anleger, die an einen baldigen Wiederanstieg der Ölpreise glauben, sollten sehr gut abwägen, in welche Zertifikate sie investieren.

Hound Point, 20. November 2008. In dem schottischen Rohöl-Verladehafen nordwestlich von Edinburgh wird der Supertanker Leander mit zwei Millionen Barrel Öl vollgepumpt. Auftraggeber: Royal Dutch Shell. Reise-Ziel: keines.

Der Ozeanriese dümpelt derzeit zusammen mit anderen Artgenossen seiner Zunft still im Wasser und wartet darauf, dass die Ölpreise wieder steigen. Vor den Küsten Schottlands und auch im Golf von Mexiko sind derzeit schwimmende Spekulationsblasen zu besichtigen. Es lohnt sich derzeit mehr, das schwarze Gold auf See zu bunkern, als es an den Rohstoffbörsen zu den aktuellen Preisen zu verkaufen - selbst unter Berücksichtigung der täglichen Kosten, die so eine Zwischenlagerung auf See bedeutet.

Die Rechnung ist einfach: An den Spotbörsen in Rotterdam und New York kostet ein Barrel Roh-Öl (ein Fass mit 159 Litern) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) oder Brent derzeit rund 43 US-Dollar. Liefertermin: Januar. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Kontrakte (Futures) mit späterem Auslieferungsdatum bringen derzeit mehr Gewinn. So werden Öl-Futures mit einer Laufzeit bis Dezember 2009 derzeit für etwa 58 US-Dollar gehandelt. Für die Fracht der Leander bedeutet dies beispielsweise nach Abzug der Charterkosten einen Preisunterschied von etwa 18 Millionen US-Dollar. Da lohnt es sich für Shell, noch ein wenig mit der Lieferung zu warten.

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