Rohstoffzertifikate
Alles auf Zucker

Zertifikate auf Zucker, Weizen oder Gold brachten in der Vergangenheit atemberaubende Gewinne, bei aktiven Anlegern gehören sie zu den Favoriten. Wo der Einstieg noch lohnt und welche Papiere sich für langfristige Anleger eignen.
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DÜSSELDORF. Peer Steinbrück ist ein vorsichtiger Mann. Staatsanleihen, bekannte der Ex-Finanzminister vor Kurzem, habe er keine. Dafür aber "einige Rohstoffzertifikate". Welche genau, das sagte Steinbrück natürlich nicht. Doch wenn er nicht gerade auf sinkende Kurse spekuliert hat - und das sollte man einem ehemaligen Finanzminister dann doch nicht zutrauen -, dürfte Steinbrück damit ziemlich gut im Gewinn stehen. Hat er diese Zertifikate nach dem 1. Januar 2009 gekauft, muss er allerdings, wenn er die Papiere versilbert, kräftig Steuern zahlen.

Von diesem Schicksal werden auch die wiwo.de-Leser nicht verschont bleiben, die den Zertifikate-Empfehlungen dieses Jahres gefolgt sind. Von den 23 in diesem Jahr bisher vorgestellten Rohstoffzertifikaten sind 21 ins Plus gelaufen. An der Spitze stehen Zertifikate auf den Zuckerpreis, die in sieben Monaten bis zu 340 Prozent plus schafften. Zertifikate auf Baumwolle, auf Gold und Silber erreichten Gewinne von mehr als 100 Prozent.

Beliebte Rohstoffzertifikate

Vor allem bei aktiven Anlegern gehören Rohstoffzertifikate derzeit zu den großen Favoriten - zu Recht. Rohstoffe sind elementar. Sie sind den Menschen näher als Aktien und Anleihen. Schon beim Frühstück Kaffee und Zucker, Weizen fürs Brot, Baumwolle für die Kleidung. Warum dann nicht, wenn man sich schon über teures Benzin beim Tanken ärgert, auch Ölzertifikate kaufen und mitverdienen, wenn der Ölpreis steigt?

Der führende Rohstoffindex CRB zeigt, dass der Anstieg der Rohstoffnotierungen noch keineswegs zu Ende sein dürfte. So wird die Nachfrage nach Rohöl bei einer anziehenden Weltkonjunktur weiter zunehmen. Die Wirtschaft im größten Verbraucherland der Erde, in China, wird nach Schätzungen der OECD im nächsten Jahr um zehn Prozent wachsen. "Man kann die Bedeutung Chinas für den weltweiten Energieverbrauch kaum überschätzen", sagen die Ölexperten der Internationalen Energie Agentur.

Ähnlich hoch wird das Wachstum in Indien ausfallen, das mittlerweile zu den fünf größten Energieverbrauchern der Erde gehört. Geht die Erholung in den klassischen Industrieländern mit rund zwei Prozent plus im nächsten Jahr weiter, steigt auch hier die Ölnachfrage.

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  • Als Ergänzung zu meinem Kommentar Nr.1:

    Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den F i n a n z s e k t o r im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176

    --- 18,2 billionen Euro faule Werte vergiften europäische banken ---
    http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-banken?from=gl.home_Wirtschaft

    biZ Quartalsbericht 06/2008. Weltweit sitzen die bankster auf über 600 bio. Dollar absolut wertlosen Papierschnipsel, aus den bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren.
    http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

    in welche Taschen ließ die FED zehn billionen Dollar fließen?
    "Wir müssen jetzt feststellen, dass Geld in einer Größenordnung durch die Hintertür dieser Regierung verschwindet wie nie zuvor in der Geschichte der USA," sagte Senator byron Dorgan (ND Dem) am 3. Februar 2009 im Kongreß. "Niemand weiß, was von der FED wegging, an wen und für was." (bloomberg.com, 9.2.2009)
    http://globalfire.tv/nj/09de/globalismus/fed_10billionen.htm

    Zocken mit Nahrungsmitteln – eigentlich das Widerlichste, was man sich vorstellen kann.

    in den USA wurden bereits Hunderte angeklagt, die Hunderttausende um ihre Altersversorgung betrogen, bzw. verzockt haben. Aber bei uns in DE – Fehlanzeige. Die laufen alle noch frei herum und erhalten sogar noch Millionen für ihre betrügereien.
    Die Väter unseres Grundgesetzes haben im Art.20 Abs.3 und 4 in weiser Voraussicht dargelegt, was zu tun ist, wenn sich die Rechtssprechung nicht mehr an Recht und Gesetz gebunden fühlt.

  • @Siggi:

    Sollten Sie sich dann mal wieder einkriegen, koennen Sie uns vielleicht noch erklaeren wie genau die "Eliten" mit den "Milliarden" fuer das Elend dieser Welt verwantwortlich sein sollen und wer diese Eliten denn sein sollen ?

    Dann koennten Sie uns vielleicht auch noch sagen was die Kolonialzeit mit Rohstoff-Zertifikaten zu tun hat.

    Meine Gegenthese: Es sind Jammerlappen wie Sie, die es nicht zu Reichtum bringen, weil sie ausser schlau rausreden nicht viel drauf haben und sich somit dem einzigen Ausweg aus der Misere versperren: "Die Moeglichkeit durch Wohlstand dort zu helfen wo es notwendig ist und die Macht zu haben nicht nur zu labern, sondern zu aendern."

    Aber so sind sie, die Kaempfer der Neuzeit. Aus der warmen Stube schlaue Sprueche ueber die kalte Welt klopfen.


  • Zocken auf Nahrungsmittel, Kleidung und Energie geht so lange gut, wie sich die Völker dieses Planeten das alles noch gefallen lassen. Hunderttausende Tiere und Menschen verrecken elendig, damit unsere Eliten noch mehr Milliarden anhäufen können, mit ganz wenigen Ausnahmen.

    Die geschundenen Völker Afrikas, Hunderte von Jahren als Europas Sklaven gequält und ermordet, damit die Kolonialmächte in Saus und braus leben konnten und können – kein großer Unterschied zu heute. Warum überrennen die nicht einfach zu Millionen die Südgrenzen Europas? Die sollen sich das zurückholen, was wir ihnen gestohlen haben, bzw. immer noch stehlen! Wir Europäer können nur darum beten, dass diese geschundenen Kreaturen nicht die selben Mittel anwenden ... das nennt man dann die modernen Hebelzertifikate.

    Wie ein Forist in der Süddeutschen kommentierte: „Es ist wieder an der Zeit, dass die bürger die Guillotine flott machen“. Er hat verstanden.

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