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„Rolling Discount“- versus Bonus-Zertifikate: Welches Produkt ist vorteilhafter?

Eine eindeutige Antwort auf diese Frage ist nicht möglich, da beide Produkte dasselbe Ziel (Renditeoptimierung in schwierigen Märkten) aus unterschiedlichen Perspektiven angreifen: Die Bonus-Papiere sind zeitpunktbezogene Investments, die mit einer klaren „Wenn… dann“-Struktur aufwarten können – wenn der Bezugswert bis zur Fälligkeit niemals einen bestimmten Schwellenwert erreicht, ist eine vordefinierte Rendite sicher.

Vorausgesetzt, dass die Barriere hält, ist also nur die Veränderung des Euro Stoxx 50 zwischen dem Emissionstag und dem Laufzeitende relevant (z.B. ‚HVB Europa Bonus’, WKN 787 375). Die zwischenzeitliche Entwicklung hat dagegen auf die Rendite keinen Einfluss; unabhängig davon, ob der Index nun jedes Jahr konstant 8 Prozent zulegt oder in den ersten fünf Jahren insgesamt 20 Prozent einbüßt und sich kurz vor Fälligkeit rasant verdoppelt, in beiden Szenarien fährt man knapp 60 Prozent Gewinn ein.

Bei den „Rolling Discounts“ ist die Lage anders, denn da monatlich umgeschichtet wird, ist der Verlauf des Index entscheidend für die Rendite. Beim „Euro Stoxx 50 Rolling Discount“ (WKN 158 175), dessen „Cap“ stets auf dem Niveau des aktuellen Index-Stands festgelegt wird, ist es zum Beispiel ungünstig, wenn der Index in einem Monat 8 Prozent verliert und anschließend 5 Prozent zulegt – der Risikopuffer reicht nicht, um die Verluste komplett abzufedern; gleichzeitig profitiert man wegen des „Caps“ nur unterproportional von der Erholung. Eine relativ konstante Index-Bewegung dürfte hingegen dazu führen, dass man mit dem „Rolling Discount“ auf dieselbe Laufzeit höhere Renditen einfährt als mit einem korrespondierenden Bonus-Zertifikat. A propos Laufzeit: Hier sind die „Rollings“ klar im Vorteil, denn als „open end“-Produkte ermöglichen sie eine flexible Steuerung des Anlagehorizonts, während der Bonus-Mechanismus nur vollständig wirkt, wenn man bis zum Laufzeitende engagiert bleibt.

Konsequenz für den Anleger: Bonus- als auch „Rolling Discount“-Zertifikate widersprechen sich nicht, sondern sind letztendlich komplementäre Produkte. In Phasen, in denen die zwangsläufigen strukturellen Defizite des einen Papiers zum tragen kommen, profitiert das andere – und umgekehrt. Deshalb und wegen der unter-schiedlichen Ausgestaltung der Laufzeitkomponente empfiehlt sich die Kombination beider Strategien. So realisiert man dann eine neue Diversifikationsstufe, nämlich nach Marktphasen-Optimierung.

Erläuterung zu den einzelnen Produkten finden Sie unter unserem Basiswissen.

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