Schutz vor Währungsrisiken
Absicherung lautet die Devise

Bei Rohstoffinvestments spielt der Wechselkurs eine große Rolle. Quanto-Zertifikate schalten diese Risiken aus. Die Absicherung hat allerdings ihren Preis. Anleger sollten beachten, dass der Einfluss einer Währungsabsicherung ein Zertifikat sowohl teurer als auch billiger machen kann.

FRANKFURT. Die überwiegende Mehrheit der Rohstoffe notiert in US-Dollar – bei einem Rohstoffinvestment ist deshalb für Anleger neben der Performance des jeweiligen Basiswertes auch die Entwicklung des Euro zum US-Dollar von Bedeutung. Für Investoren ergibt sich daraus sowohl eine zusätzliche Chance als auch ein zusätzliches Risiko. Gegen dieses Wechselkursrisiko können sich Anleger schützen: Quanto heißt das Zauberwort. Quanto steht für „Quantity Adjusted Option“ und ist der Namenszusatz für währungsgesicherte Finanzprodukte. Der Effekt einer solchen Währungssicherung ist leicht verständlich, denn für die Berechnung des Zertifikatepreises wird bei Quanto-Produkten die Wechselkursentwicklung nicht berücksichtigt. Das bedeutet: Anleger können in Basiswerte investieren, die in einer Fremdwährung notieren, ohne das Fremdwährungsrisiko tragen zu müssen.

Entscheiden sich Anleger für ein Quanto-Zertifikat, um das Risiko einer für sie ungünstigen Wechselkursentwicklung zu vermeiden, beeinflusst diese Absicherung allerdings den Preis des Zertifikates. Die Kosten einer solchen Währungsabsicherung unterliegen im Wesentlichen drei Einflussfaktoren: der Korrelation zwischen dem Euro und dem Basiswert, der Zinsdifferenz zum Euro sowie der Volatilität (Schwankungsbreite) des Basiswertes und der Fremdwährung.

Eine positive Zinsdifferenz – das heißt, die Geldmarktzinsen des Fremdwährungsraums sind niedriger als die Geldmarktzinsen im Euro-Raum –, eine niedrige Korrelation zwischen dem Basiswert und der Heimatwährung sowie eine niedrige Volatilität führen zu niedrigen Absicherungskosten – und umgekehrt. So erklärt sich, warum Zertifikate, die sich auf in US-Dollar notierende Basiswerte beziehen, häufig weniger attraktive Eigenschaften haben, wenn sie eine Währungssicherung besitzen. Dies kann man beispielsweise bei vielen Rohstoff-Zertifikaten beobachten, bei denen ein Produkt ohne Quanto-Mechanismus vorteilhafter ausgestattet ist als ein vergleichbares mit Währungssicherung.

Der Grund: In US-Dollar werden aktuell deutlich höhere Zinsen bezahlt als auf den Euro. Genau umgekehrt stellt sich aktuell die Situation bei Zertifikaten auf den japanischen Leitindex, den Nikkei 225 dar, die in der Regel über eine Währungssicherung verfügen. Diese Absicherung wirkt sich derzeit positiv aus, denn viele Produkte mit einer Wechselkurssicherung verfügen über bessere Ausstattungsmerkmale als ungesicherte Produkte. Beispielsweise kann ein Discount-Zertifikat auf diesen Index einen höheren Discount aufweisen als ein Produkt ohne Wechselkurssicherung.

Anleger sollten beachten, dass der Einfluss einer Währungsabsicherung ein Zertifikat sowohl teurer als auch billiger machen kann. Diese Kosten werden bei Quanto-Papieren mit begrenzter Laufzeit in der Regel als Auf- beziehungsweise Abgeld verrechnet, was das entsprechende Zertifikat im Preis verbessern oder verschlechtern kann. Bei endlos laufenden Produkten, den so genannten Open End Tracker- beziehungsweise Partizipations-Zertifikaten berechnet der Emittent eine jährliche Quanto-Gebühr, welche täglich anteilig dem Zertifikatswert abgezogen wird.

Empfehlenswert ist hierbei ein Kostenvergleich zwischen verschiedenen Emittenten – die Kosten für die Währungsabsicherung schwanken von Emittent zu Emittent mitunter stark. Die Entscheidung, ob eine Wechselkurssicherung gewählt werden sollte oder nicht, hängt neben den Gebühren in erster Linie von den eigenen Erwartungen über die zukünftige Wechselkursentwicklung ab. Denn für Anleger besteht bei Nicht-Quanto-Produkten nicht nur ein zusätzliches Risiko – es besteht auch eine zusätzliche Chance.

Checkliste für Quanto-Zertifikate

Begriff: Führt ein Zertifikat den Zusatz Quanto im Namen, sind diese Zertifikate gegen Währungsschwankungen abgesichert.

Einflussfaktoren: Ausschlaggebend für die Kosten beziehungsweise den Gewinn sind vor allem zwei Faktoren: der Unterschied des Zinsniveaus zwischen der Euro-Zone und dem Land, dessen Währung abgesichert werden soll, sowie die Korrelation der jeweiligen Währung zum Basiswert.

Sinnvoller Schutz: Grundsätzlich lohnen sich Quanto-Zertifikate bei Basiswerten aus Niedrigzinsländern und bei Basiswerten, deren Heimatwährung mittelfristig gegenüber dem Euro potenziell stark an Wert verlieren kann. Sinnvoll kann eine Absicherung durch Quanto-Zertifikate auch bei Rohstoff-Investments sein – denn die meisten Commodities notieren in Dollar.

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