Sicher und wild
Optionen: Reizvoll und riskant zugleich

Optionen sind wichtige Instrumente der Finanzmärkte. Ihre Bedeutung nimmt stetig zu. An der weltgrößten Optionsbörse, der Chicago Board Options Exchange, sind die Umsätze zwischen 2000 und 2009 um rund 35 Prozent pro Jahr gestiegen. Für viele Anleger sind Optionen das reizvollste Anlageinstrument überhaupt. Hier erfahren Sie warum.

FRANKFURT Bei Optionen handelt es sich um Finanzinstrumente, die von Basiswerten wie Aktien, Anleihen, Devisen, Rohstoffe, Indizes oder auch Futures abgeleitet sind. Zuletzt sind Basiswerte wie Strom, Wetter und Volatilitäten (Kursschwankungen) hinzugekommen. Aus Sicht der Finanzmärkte bezeichnet der Begriff Option das Recht – nicht jedoch die Pflicht –, einen bestimmten Basiswert zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen (Kaufoption oder Call) oder zu verkaufen (Verkaufsoption oder Put). Der Käufer der Option entscheidet, ob er die Option ausübt. Der Verkäufer der Option wird als Stillhalter bezeichnet. Bei Ausübung der Option muss der Basiswert nicht unbedingt geliefert werden. Häufig fließt nur die Preisdifferenz zwischen Käufer und Verkäufer. Dies wird als Barausgleich bezeichnet.

Optionen sind wie Futures, Forwards, Swaps und strukturierte Produkte dem breiten Spektrum der Finanz-Derivate zuzuordnen. Die in der Börsensprache häufig genutzte Bezeichnung „Derivat“ entstammt dem Lateinische „derivare“, was für „ableiten“ steht. Optionen dürfen nicht mit Optionsscheinen verwechselt werden, die Schuldverschreibung von Banken sind, und Emittentenrisiken aufweisen, also bei einer Pleite des ausgebenden Instituts zum Totalverlust werden können.

Reizvoll sind Optionen deshalb, weil Anleger mit geringem Einsatz einen vergleichsweise hohen Wert des Basiswertes bewegen können. Mit Optionen ist sowohl das spekulative Engagement an den Märkten als auch die Absicherung von Risiken möglich. Die Attraktivität dieser Instrumente liegt also vor allem darin, dass sie wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Anlegern zur Optimierung des Portfolios genutzt werden können.



Bei Optionen wird in vielfältiger Hinsicht unterschieden. Zunächst einmal wird bei der Struktur der Handelsplattformen zwischen börsengehandelten Optionen und Freiverkehrsoptionen, die an sogenannten OTC-Märkten gehandelt werden, differenziert. Darüber hinaus sind hinsichtlich des Zeitpunkts der Ausübung der Option die europäische und die amerikanische Option bekannt. Beim europäischen Typ kann das Recht zur Aktion nur zu einem bestimmten Zeitpunkt – in der Regel am Verfallstag – ausgeübt werden. Populärer sind amerikanische Optionen, bei denen das Recht zur Transaktion jederzeit während der Laufzeit ausgeübt werden kann. Von beiden Optionstypen kann sich der Nutzer, und zwar sowohl Käufer als auch Verkäufer, während der Laufzeit trennen, indem er seinen Kontrakt über die Börse schließt.

Der Optionspreis wird durch viele Einflussfaktoren bestimmt. Zunächst einmal geht es dabei darum, wie stark der Ausübungspreis vom Marktpreis des Basiswertes entfernt liegt. Einfluss auf den Preis hat auch die Laufzeit der Option, der risikofreie Zins, und die Volatilität des Basiswertes. Basis für die Berechnung des theoretische Optionspreises ist das sogenannte Black-Scholes-Modell, das diese Faktoren berücksichtigt.

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