So handeln die Zertfikate-Profis
Vermögensprofi hat erneut auf Nikkei-Index gesetzt

Öl, Nikkei-Index und die nach den Quartalszahlen abgestrafte Aktie der Deutschen Telekom bilden die Basiswerte für die Top-Zertifikate-Käufe professioneller Vermögensverwalter.

HB DÜSSELDORF. Ganz oben auf der Liste steht mit dem Discount-Plus-Produkt ein eher defensives Investment auf den Brent-Crude-Ölpreis (WKN: JPM1L5). Die maximale Rendite liegt aktuell bei über sechs Prozent. Die ist allerdings sicher, solange der Ölpreis nicht mehr als 34 Prozent fällt. Denn bei so genannten Discount Plus-Zertifikaten wird immer den Höchstbetrag (Cap) ausgezahlt, so lange eine festgelegte Schwelle (in diesem Fall 47,78 Dollar) nicht berührt oder unterschritten wird. Dies steht im Gegensatz zu den klassischen Discount-Zertifikaten, bei denen der Auszahlungsbetrag am Ende der Laufzeit identisch dem Kurs des Basiswertes ist – maximal bis zum Cap.

Die zweite Stelle der Top-Kaufliste nimmt ein Nikkei-225-Indexzertifikat (WKN: 709338) ein. Dabei orderte ein Vermögensverwalter 29 000 Zertifikate á 10,35 Euro im Volumen von insgesamt über 300.000 Euro. Von seinem Jahreshoch mit 17.563 Zählern hat sich der japanische Index zum Kaufzeitpunkt über 2 000 Punkte oder rund zwölf Prozent entfernt. Entsprechend fiel auch das Index-Produkt – von 12,30 Euro Jahreshoch auf zuletzt 10,30 Euro. „Der Vermögensverwalter sieht bereits in naher Zukunft die Chancen als gegeben an, dass sich der Nikkei-Index wieder in der Range zwischen 16 000 und 17 000 Punkten etablieren könne, was einem Kurspotenzial von bis zu 10 Prozent für das Zertifikat entspricht“, sagte Uwe Raab von Firstfive. Die Voraussetzung sind gegeben, denn laut Raab „konnte der Entscheider das Nikkei-Index-Zertifikat in den vergangenen 18 Monaten bereits mehrfach mit positiven Ertragszuwächsen handeln“. Aktuell notiert das Zertifikat schon knapp unter elf Euro, da der japanische Leitindex mittlerweile die Hürde von 16 000 Punkten überwinden konnte.

Von der schlechten Stimmung über die weitere Entwicklung der Deutschen Telekom-Aktie ließ sich ein Vermögensverwalter nicht beirren: Er orderte ein Bonusprodukt (WKN: BNP4CK) auf die Aktie des ehemaligen Staatsunternehmens. Angesichts der hohen Dividendenrendite bietet das Produkt attraktive Konditionen: Bei einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren winkt eine Mindesrendite von mehr als elf Prozent, solange die Aktie nicht unter die Sicherheitsschwelle von 7,50 Euro fällt. Das entspricht einem Sicherheitspolster von mehr als 30 Prozent.

Kurz vor dem Laufzeitende hat eine Vermögensprofi ein Discount-Zertifikat auf Altana (WKN: SAL71R) verkauft. Die Aktie notiert knapp unter der Höchstbetrag des Discounters, entsprechend groß war das Risiko höherer Kursverluste in den letzten Wochen.

Die Liste von Top-Käufen und -Verkäufen wird von der Frankfurter Ratingagentur Firstfive ermittelt. Das unabhängige Institut verfügt über eine Datenbank mit 180 realen Depots von mehr als 70 Banken und Vermögensverwaltern (weitere Informationen unter www.firstfive.com)

Zertifikate: Die interessantesten Neuemissionen im Überblick

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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