Spezialthemen
Zertifikate für jeden Trend

Nach dreieinhalb Jahren Kursrally stehen die Zeichen an den Aktienbörsen allmählich auf Beruhigung. Am Derivatemarkt rückt das eine Produktgruppe in den Fokus, die in den vergangenen Jahren ein Nischendasein fristete: Themenzertifikate, mit denen Anleger auf spezielle Situationen oder Börsentrends setzen können.

FRANKFURT. In den vergangenen Monaten sind die Umsätze in diesem Marktsegment kontinuierlich gestiegen. Im November wurden an deutschen Börsen nach Angaben des Deutschen Derivate Instituts (DDI) mit Themenprodukten 363 Mill. Euro umgesetzt – fast doppelt so viel wie im gleichen Monat des Vorjahres.

„Die Leute glauben allmählich nicht mehr durchweg an steigende Aktienmärkte, trauen dem einen oder anderen Bereich aber durchaus noch etwas zu“, erklärt Stefan Armbruster, Zertifikateexperte der Deutschen Bank. Die Folge: Indexpapiere, die sich eins zu eins an der Entwicklung wichtiger Börsenbarometer orientieren, fallen in der Gunst der Anleger zurück. Themen- und Strategieprodukte hingegen gewinnen an Bedeutung. Die Banken greifen das veränderte Nachfrageverhalten der Anleger auf. In den vergangenen Wochen haben sie eine Flut an neuen Papieren auf den Markt gebracht.

Themen- oder Strategiezertifikate unterscheiden sich von der Masse der Derivate durch einen aktiven Management-Ansatz. Die Banken stellen aus thematisch verwandten Basiswerten einen Korb oder einen Index zusammen und begeben darauf Zertifikate. Das Angebot reicht von zahlreichen Branchenpapieren über Produkte zu Spezialthemen wie Klimaschutz, Übernahmen oder Börsengänge bis hin zu Papieren auf einen Korb von Rohstoffen (siehe „Bunte Themenpalette“). „Die Rotation der Themen ist sehr hoch“, sagt Frank Haak, Produktmanager bei der WestLB.

Das liegt auch daran, dass die Banken in Deutschland neue Produkte bei Bedarf binnen weniger Tage auflegen: „Zertifikate können sehr schnell auch auf kurzfristige Trend reagieren“, sagt Haak. Allerdings geht das manchmal für den Anleger auch nach hinten los: So machten viele Investoren zu Zeiten des High-Tech-Booms um die Jahrtausendwende mit Themenzertifikaten schlechte Erfahrungen. Damals legten die Banken eine Flut an Produkten mit Bezug zum Neuen Markt auf, mit denen Investoren hohe Verluste erlitten. „Da gab es ganz dramatische Entwicklungen, unter denen manche Produkte aufgrund ihrer unflexiblen Ausgestaltung extrem gelitten haben“, erinnert sich Armbruster. „Das typische Basket-Zertifikat hatte damals eine Laufzeit von drei Jahren und bezog sich auf einen Korb von zehn Aktien, der nicht verändert werden konnte.“

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