Spezielle Zertifikate Auf Fusionen wetten

Das Übernahmefieber an den Kapitalmärkten steigt weiter an. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass neue Nachrichten über milliardenschwere Zukäufe die Runde machen. Kein Wunder, dass auch die Zertifikate-Emittenten das Thema jetzt besetzen. Zunehmend bringen Banken spezielle Produkte auf den Markt, die in potenzielle Übernahmekandidaten investieren.
  • Rolf Benders und Ralf Drescher
Di Grafik zeigt die Marktenwicklung bei Zertifikaten zwischen den Jahren 2005 bis 2007.

Di Grafik zeigt die Marktenwicklung bei Zertifikaten zwischen den Jahren 2005 bis 2007.

FRANKFURT. Allein die Spekulation auf ein mögliches Kaufinteresse von Konkurrenten oder hungrigen Private-Equity- und Hedge-Fonds-Gesellschaften reicht aus, um die Kurse potenzieller Übernahmekandidaten in die Höhe zu treiben. Besonders intensiv wird das Übernahmethema im Bankensektor gespielt, seit die niederländische ABN Amro ins Visier der Konkurrenz geraten ist.

Kein Wunder, dass auch die Zertifikate-Emittenten das Thema jetzt besetzen. In den vergangenen Tagen haben ABN Amro und die Deutsche Bank spezielle Produkte auf den Markt gebracht, die in potenzielle Übernahmekandidaten investieren. Sie folgen damit dem Beispiel von Sal. Oppenheim. Das Bankhaus hat bereits seit einem Jahr das „M&A Select-Basket-Zertifikat“ im Angebot. Der Kurs des Papiers ist seither von 100 auf rund 135 Euro gestiegen.

Ob die Produkte von Deutscher Bank und ABN Amro an diesen Erfolg anknüpfen können, ist fraglich: „Auf dem aktuellen Niveau spiegeln die Kurse schon sehr viel Übernahmephantasie wider“, sagt Peter Worel, Direktor Volkswirtschaft und Research der Bayerischen Landesbank. „In Einzelfällen, wo das Interesse konkret wird, sind zwar noch Kurssteigerungen drin. Aber die Gefahr, dass Spekulationen ins Leere laufen, ist deutlich gestiegen.“

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Da es für Anleger zunehmend schwerer wird, in der Gerüchteküche klaren Kopf zu bewahren und ernsthafte Anlagechancen von bloßen Spekulationen zu unterscheiden, können Zertifikate, die in eine Reihe von Übernahmekandidaten investieren, dennoch eine Hilfe sein. Allerdings unterscheiden sich die drei Produkte am Markt zum Teil deutlich voneinander.

Den breitesten Ansatz bietet das „Private Equity und M&A Targets Index-Zertifikat“ von ABN Amro. Aus den Aktien im europäischen Stoxx 600 Index hat das Research-Team der Bank die 20 aus ihrer Sicht attraktivsten Übernahmeziele für Private-Equity-Investoren oder Konkurrenten herausgefiltert. Fündig sind sie vor allem in Großbritannien geworden – allein die Hälfte der Kandidaten stammt von der Insel. Branchenseitig liegt der Schwerpunkt des Aktienkorbs auf dem Bereich Versicherung und Rückversicherung. Gleich acht Unternehmen stammen aus dieser Branche, darunter so prominente Namen wie Converium, Old Mutual oder Swiss Re. Das hohe Gewicht des Finanzsegments wird durch die Banken Commerzbank, Banca Popolare di Milano und Unione di Banche Italiane komplettiert.

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