Squeeze-Out-Baskets von Sal. Oppenheim
Ein Papier mit Tücken

Eigentlich war es eine nette Idee, die die Mitarbeiter des Zertifikateteams von Sal. Oppenheim da hatten. Man nehme die neue Lieblingsanlageform der deutschen Privatanleger: Das Zertifikat. Das wird kombiniert mit einem Körbchen aus potenziellen Abfindungskandidaten, deren Minderheitsaktionäre demnächst im Wege eines Squeeze-Out möglichst mit einem Aufschlag auf den aktuellen Börsenkurs aus dem Unternehmen gedrängt werden sollen. Fertig ist der Squeeze-Out-Basket.

HB DÜSSELDORF. Seit der Auflage des Squeeze-OutBasket-Zertifikates hat Sal. Oppenheim weit mehr Papiere verkauft als das Bankhaus erwartet hatte. Gegenüber dem Verkaufspreis legte das Papier, das seit einer Woche auch an der Börse gehandelt wird, schon fast 2 % zu. Kein Wunder: Schließlich stehen Zertifikate in der Gunst der Anleger längst über Optionsscheinen und anderen Derivaten. Und mit der Spekulation auf einen Squeeze-Out, jenem Vehikel, das es Unternehmen seit Anfang 2002 erlaubt, ihre Minderheitsaktionäre nach einer Übernahme in bar abzufinden, wenn sie mindestens 95 % der Anteile halten, lässt sich vortrefflich Geld verdienen.

Zehn Squeeze-Out-Kandidaten hat Sal.Oppenheim in sein neues Zertifikat gepackt: drei Viertel der Summe in die fünf Werte Brau und Brunnen, Buderus, Celanese, Hoechst und SAP SI. Die restlichen 25% verteilen sich auf die wenig liquiden Aktien von Audi, Ergo-Versicherung, Gea, Strabag und Vereins- und Westbank. (siehe Tabelle). „Der Korb wird regelmäßig angepasst“, erklärt Stefan Müller, Leiter des Eigenhandels bei Sal. Oppenheim, „immer dann, wenn ein Squeeze-Out vollzogen wurde, nehmen wir eine neue Aktie in den Basket“. Die Aktie der Vereins- und Westbank werde zum Beispiel nach der Hauptversammlung am 24. Juni rausfliegen, wenn die Minderheitsaktionäre das Angebot von 25 Euro annehmen sollten.

Für sein Research kassiert Sal. Oppenheim eine Management-Gebühr in Höhe von jährlich 0,3125 % und zusätzlich eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 10 % auf die erwirtschafteten Gewinne. Wolfgang Gerhardt, Leiter der Derivate-Abteilung bei Sal. Oppenheim, rechtfertigt die Gebühren mit den Kosten für die Absicherungsgeschäfte, „die Transaktionskosten sind weitaus höher als zum Beispiel bei Indexzertifikaten“.

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