Stada
Pillendreher mit Phantasie

Die Geschäftsentwicklung beim deutschen Pharmakonzern Stada bietet keinen Anlass zur Euphorie. Vor allem das Osteuropageschäft macht Probleme. Auf der anderen Seite wirken Fusionsphantasien stabilisierend auf den Kurs.
  • 0

DüsseldorfDie momentane Geschäftsentwicklung beim deutschen Pharmakonzern Stada bietet keinen Anlass zur Euphorie. Vor allem das Osteuropageschäft macht gegenwärtig Probleme. Auf der anderen Seite wirken Fusions- und Übernahmephantasien stabilisierend auf den Kurs. Keine schlechte Ausgangslage also für Investoren, die mit einem Discount-Zertifikat der DZ Bank auf Stada darauf setzen, dass die Aktie bis zum Laufzeitende des Produkts nicht nachgibt.

Die Anfang Mai bekannt gegebenen Zahlen machten deutlich, dass der Pharmakonzern durch die Russland-Krise und die damit verbundene Rubel-Abwertung gelitten hat. Vorstandschef Retzlaff sprach von schwierigen Rahmenbedingungen für das Unternehmen, denn für die Hessen ist das osteuropäische Land der wichtigste Auslandsmarkt.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres ist das Betriebsergebnis von Stada um 19 Prozent auf 92,6 Mio. Euro zurückgegangen. Allerdings erwarten einige Analysten, dass das Unternehmen nicht chronisch schwächelt. Zudem kommt es in der Pharmabranche gegenwärtig immer wieder zu Fusionen und Übernahmen. Entsprechende kursstützende Gerüchte ranken sich auch um Stada.

Eher optimistisch für den MDax-Konzern zeigen sich die Experten der Deutschen Bank. In einer nach der Bekanntgabe der Zahlen veröffentlichten Studie räumte Analyst Gunnar Romer zwar ein, dass der Pharmahersteller schwache Zahlen geliefert aber immerhin die Markterwartungen erfüllt hat. Der Ausblick, den der Konzern geboten hat, erschien ihm allerdings konservativ, so dass das Unternehmen vor diesem Hintergrund positiv überraschen könnte. Daher hat die Deutsche Bank an der Kaufempfehlung für die Aktie festgehalten und das Kursziel bei 37 Euro bei belassen.

Es gibt jedoch auch Analysten, die das berühmte Glas eher halbleer als halbvoll sehen. So stuft die UBS die Aktie als „neutral“ ein und berechnet ein Kursziel bei 32,70 Euro. Analyst Guillaume van Renterghem blickt skeptisch auf das Russland-Geschäft des Konzerns und gibt zu bedenken, dass das Unternehmen möglicherweise im Verlauf des Jahres die Unternehmensziele nach unten korrigieren muss.

Seite 1:

Pillendreher mit Phantasie

Seite 2:

Zertifikate sind billiger

Kommentare zu " Stada: Pillendreher mit Phantasie"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%