Strategiezertifikate
Auf die stärksten Dax-Werte setzen

Anleger kaufen oft Aktien, deren Kurs noch nicht stark gestiegen ist. Sie erscheinen günstig bewertet. Ein neues Strategiezertifikat bietet die genau gegenteilige Vorgehensweise.

Mit dem seit Ende Mai gehandelten Relative-Stärke-Zertifikat (WKN: TB00RS) hat HSBC Trinkaus & Burkhardt die Palette der Strategiezertifikate um eine interessante Variante erweitert. Strategiezertifikate bilden einen Korb von Aktien oder einen Index nach, den der Emittent im Hinblick auf eine vielversprechende Anlagestrategie oder ein bestimmtes Investmentthema mit Zukunftsperspektive zusammengestellt hat.

So gibt es beispielweise Zertifikate mit denen Anleger gezielt auf dividendenstarke Aktien oder aussichtsreiche Zukunftsbranchen setzen können. Mit Saisonstrategiezertifikaten ist es möglich, kostengünstig nur an bestimmten Börsentagen oder aussichtsreichen -phasen investiert zu sein. Auch Papiere, die so genannte marktneutrale Strategien ermöglichen (Anlageerfolg ergibt sich aus dem relativen Performanceunterschied zweier Basiswerte), wurden in den vergangenen Monaten auf den Markt gebracht (Überblick über ausgewählte Strategiezertifikate in Ausgabe 07/2006 des Handelsblatt Zertifikate Newsletters).

Die Strategie, die der Anleger mithilfe des neuen Relative-Stärke-Zertifikats verfolgt, basiert hingegen auf der Annahme, dass Aktien, die sich in der Vergangenheit besser als der Markt entwickelt haben, diese Outperformance zumeist auch längere Zeit beibehalten. Zwar kann man keine vergangene Marktsituationen auf die Zukunft übertragen, aber unter bestimmten Umständen kann diese Vorgehensweise durchaus renditeträchtig sein.

Wissenschaftlich nachgewiesen wurde dieser Zusammenhang erstmals in den 1960-er Jahren durch Robert Levy, der über 200 Aktien an der New York Stock Exchange über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht hatte. In den Folgejahren kamen weitere Studien zu ähnlichen Ergebnissen. Finanzwirtschafts-Professor Martin Weber belegte z.B. im Rahmen einer Studie an der Universität Mannheim im Jahr 2000, dass Anleger, die konsequent die zehn besten Aktien der vergangenen sechs Monate gekauft hatten und die schlechtesten Werte aussortierten, sechs bis sieben Prozent mehr Rendite erzielen, als im Marktdurchschnitt.

Um diesen Effekt auszunutzen setzt das Endlos-Zertifikat von HSBC Trinkaus & Burkhardt auf die Entwicklung eines eigens erstellten und fortlaufend berechneten Index, der die Wertentwicklung der drei relativ stärksten Dax-Aktien nach der Definition von Levy abbildet. Zur Berechnung der relativen Stärke einer Aktie wird dabei der aktuelle Kurs durch einen gleitenden Durchschnitt aus den entsprechenden Kursen der Vergangenheit gebildet. Ein Wert über eins besagt, dass die aktuelle Performance einer Aktie besser, ein Wert kleiner eins, dass die aktuelle Performance schlechter ist, als in der Vergangenheit. Die Trading-Strategie sieht dann so aus, dass die Aktien mit den höchsten Relative-Stärke-Werten gekauft werden. Verkauft werden sie erst wieder, wenn sie in der Rangliste eine zuvor festgelegte Grenze wieder unterschritten haben.

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