Strategiezertifikate
Der kleine Erfolg des Zertifikateprofessors

Im Jahr 2005 brachte die Landesbank Berlin gemeinsam mit dem bekannten Börsenprofessor Wolfgang Gerke ein Zertifikat auf den Markt. Trotz hoher Kosten sollten Anleger mit dem Produkt höhere Erträge erzielen als der Euro-Stoxx-50. Nach langen Anlaufschwierigkeiten steht das Zertifikat jetzt besser da. Damit das so bleibt, müssen die Märkte weiter stark schwanken.
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DÜSSELDORF. Langfristig attraktivere Renditechancen als der Euro Stoxx 50 sollte ein Strategiezertifikat sichern, das vor dreieinhalb Jahren - mitten in der Börsenhausse - auf den Markt kam.

Doch die Realität an der Börse war zunächst eine andere: Während sich der Euro Stoxx in einer Seitwärtsphase mit tendenziell leicht steigenden Notierungen befand, rutschte das Papier der Landesbank Berlin (WKN: LBB1XW) bereits kurz nach der Emission ins Minus und baute die Underperformance zum Index wochenlang weiter aus. Bis Ende 2007 hatte das Zertifikat rund sechs Prozent seines Startwertes eingebüßt, obwohl sein Vergleichsindex im Zuge der ausklingenden mehrjährigen Hausse im selben Zeitraum noch um mehr als zehn Prozent zulegen konnte.

Erst mit dem plötzlichen Absturz an den Börsen im Januar vergangenen Jahres wendete sich das Blatt zu Gunsten des Strategiezertifikats: Seit Emission hat sich der Euroland-Index mittlerweile ziemlich genau halbiert. Anleger, die auf das Strategiepapier gesetzt haben, verloren dagegen "nur" ein Drittel des investierten Kapitals. Da das annualisierte Minus des Index mehr als zehn Prozentpunkte pro Jahr höher ausfällt als das des Zertifikats, hat das Produkt damit doch noch sein Versprechen aus dem Emissionsprospekt gehalten: Auf Basis einer Rückrechnung wurde hier Anlegern eine langfristige Outperformance von rund acht Prozent per annum in Aussicht gestellt.

Wie lässt sich das Überholmanöver des Zertifikats erklären?

Die Basis des Papiers bilden dieselben Aktien, die auch im europäischen Leitindex enthalten sind. Allerdings werden sie anders gemischt - nach dem Konzept des bekannten Finanz- und Wirtschaftswissenschaftlers Professor Wolfgang Gerke. Sein Hauptkritikpunkt am Euroland-Leitindex: Da die Auswahl und die jeweilige Gewichtung der Aktien nur nach den Kriterien des liquiden Aktienvolumens sowie der Marktkapitalisierung erfolgen, bestehe unter Renditegesichtspunkten Verbesserungspotenzial. Denn die Volatilität und somit das Anlagerisiko sowie die Korrelation der Aktien zueinander blieben bei der Zusammensetzung des Standardwerte-Index unberücksichtigt.

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