Strategiezertifikate
Einfach zum Erfolg

Wenn eine Finanz-Branche einen Oscar für Ideenreichtum bekommen sollte, würden die Zertifikate-Emittenten auf jeden Fall nicht leer ausgehen. Dabei bringen oft einfache Ideen die beste Performance – wie die langjährige Rückrechnung beweist.

DÜSSELDORF. Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren können Anleger Strategiezertifikate kaufen. Den Anfang machte die Deutsche Bank Ende Mai 2000 mit ihrem DB Xavex World Leaeder (WKN: 840827), bei dem 30 Blue Chips mit hoher Dividendenrendite- und hohem Kursmomentum aus den USA, Japan und dem Euroland zu einem Index zusammengefasst wurden. Nach dem Dax Best Seasons von ABN Amro (WKN: 559282) legte UBS nach: Mit ihrem PEG 20 (WKN: 2048358) will die Schweizer Bank diejenigen Unternehmen herausfiltern, die überdurchschnittliche Gewinne versprechen, deren Aktien aber niedrig bewertet werden. Die Kennziffer PEG (Price-Earnings-to-Growth) setzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis zum langfristig durchschnittlichen Gewinnwachstum.

2002 war das Jahr der Dresdner Bank: Mit Equilibrium Europa (WKN: 590797) Strategy Select (WKN: 788278) und Strategy Timing (WKN: 788278) brachte das Unternehmen gleich drei neue Strategie-Produkte auf den Markt. Die beste Performance in den vergangenen drei Jahren hat ausgerechnet das Produkt mit der einfachsten Strategie erzielt: Beim Strategy Select besteht der Index aus fünf Dax-Aktien. Im Januar werden Sie durch die fünf Dax-Titel mit der schlechtesten Performance des Vorjahres und bei der Anpassung im Juli durch fünf Dax-Werte mit der schwächsten Halbjahresperformance ersetzt.

Beim Strategy Timing entscheiden technische Indikatoren, ob man in Aktien investiert ist oder ob das Geld verzinst wird. Die Strategie des Equilibrium-Zertifikates ist ebenso undurchsuchtig wie der Name: Die Aktienauswahl erfolgt in Zusammenarbeit mit der Beratungsgesellschaft Tetralog. Das Produkt soll ein vorhandenes europalastiges Portfolio diversifizieren.

Anleger sollten bei der Auswahl der Zertifikate ihren Blick nicht nur auf die Performance, sondern auch auf die Volatilität richten. Beispielsweise hat das Unlimited Balance-Produkt der Commerzbank eine Performance von 31,8 Prozent in den vergangenen drei Jahren erzielt. Allerdings hat das Produkt einen 30-prozentigen Rentenanteil. Dementsprechend verlief der Kurszuwachs auch in stetigen Bahnen. Die Schwankungsbreite belief sich in dem gleichen Zeitraum auf lediglich 7,3 Prozent.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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