Streit um korrekten Hinweis auf Risiko des Totalverlusts
Prozess um Lehman-Zertifikate: Sparkasse lehnt Vergleich ab

Im ersten Anlegerprozess um Zertifikate der insolventen US-Bank Lehman-Brothers hat die Frankfurter Sparkasse einen Vergleich mit Anlegern abgelehnt.

dpa FRANKFURT/M. Das Institut bestehe auf einem Urteil, sagte der Sparkassenanwalt am Freitag vor dem Landgericht Frankfurt. Dort verlangt ein Ehepaar Schadensersatz für den mit dem Lehman-Papier erlittenen Verlust in Höhe von rund 12 000 Euro. Die Kläger fühlen sich falsch beraten und nicht ausreichend informiert über die an die Sparkasse geflossenen Provisionen.

Die Klägeranwälte griffen insbesondere den von der Sparkasse aufgelegten Verkaufsprospekt an, der im Gesamteindruck nicht ausreichend auf die mit dem Investment verbundenen Risiken hinweise. Der Anwalt der Sparkasse räumte ein, dass der Berater in dem Verkaufsgespräch im Dezember 2006 mündlich nicht auf die Möglichkeit des Totalverlusts hingewiesen hat. Die Hinweise im Prospekt seien aber ausreichend. Auch gibt es in dem Sparkassenflyer nur einen allgemeinen Hinweis auf Provisionsvergütungen ohne konkrete Angaben. Das Institut hat nach eigenen Angaben etwa 5 000 Kunden die Lehman-Zertifikate verkauft.

Der Richter der 19. Zivilkammer ließ erkennen, dass er nur geringe Anforderungen an den Hinweis auf einen möglichen Totalverlust stelle. Zum damaligen Zeitpunkt hätte niemand absehen können, dass Lehman pleitegehen würde, wie im September dieses Jahres geschehen. Er setzte einen weiteren Termin für den 28. November fest. Die Kläger hatte die Klage bereits weit vor der Lehman-Insolvenz eingereicht, weil sie mit der Wertentwicklung ihrer Anlage nicht zufrieden waren.

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