Teilweise unverschuldete Schwächen
Telekom hinkt dem Dax hinterher

Eigentlich könnten die Börsianer mit der Deutschen Telekom rundum zufrieden sein: Der rosa Riese hat im ersten Quartal seinen Umsatz von 13,89 auf 14,38 Mrd. Euro gesteigert und beim operativen Ergebnis (plus 5,1 Prozent auf 4,92 Mrd. Euro) die Erwartungen der Analysten punktgenau getroffen. Trotzdem hinkt die Aktie dem Dax deutlich hinterher – seit dem gleich am 4. Januar markierten Jahreshoch ging’s um rund 13 Prozent nach unten, während der Index bislang immerhin auf einen bescheidenen Zuwachs von einem Prozent kommt.

Fast scheint es, als würden die Anleger derzeit nur das Geschäft mit Festnetz- und Breitband-Anschlüssen bewerten. Hier zeigt der Konzern tatsächlich Schwächen, teilweise jedoch unverschuldet: Nachdem die Regulierungsbehörde dafür gesorgt hat, dass die Telekom von ihren Wettbewerbern immer weniger für die Nutzung der Netzkapazitäten verlangen darf, tobt vor allem bei DSL-Zugängen ein brutaler Preiskampf. Hinzu kommt die immer populärer werdende Internet-Telefonie („Voice over IP“), die langfristig bis zu 50 Prozent der Festnetz-Umsätze kosten könnte. Allerdings hat der Ex-Monopolist frühzeitig reagiert, um diese Einbußen durch andere Geschäftsmodelle zu kompensieren. Freude bereitet Vorstandschef Ricke vor allem die Mobilfunksparte – in Deutschland trägt die Konzentration auf profitable Kunden Früchte, in den USA gelang der einst als Milliardengrab geschmähten Tochter VoiceStream im letzten Quartal ein Umsatzzuwachs von 27 Prozent. Darüber hinaus kommt auch das Geschäft mit Multimedia-Inhalten allmählich in Gang.

Auf dem gegenwärtigen Niveau erscheint die Aktie sowohl fundamental als auch charttechnisch recht ordentlich abgesichert – unterhalb von 14,50 und 14,00 Euro liegen wichtige Haltemarken, außerdem stützt die mit 4,7 Prozent mehr als zwei Punkte über dem Geldmarkt-Niveau liegende Dividendenrendite. Antizyklische Anleger können deshalb jetzt zugreifen und darauf spekulieren, dass die „Volksaktie“ wieder Kurs auf den bei 17,00 Euro liegenden Widerstand nimmt. Konservative Bonus-Zertifikate bieten dabei trotz einer deutlich unter den Tiefs der letzten zwei Jahre liegenden Barriere die Chance auf einen Sockelertrag von knapp neun Prozent p.a. Risikofreudige Anleger wählen dagegen das nur noch bis Juni 2006 laufende Papier von HSBC Trinkaus & Burkhardt: Wenn die Aktie bis dahin nicht unter 13,50 Euro fällt, winken hier 25,1 Prozent p.a. nach Steuern. Falls der Gesamtmarkt nicht signifikant nach unten dreht, sollte diese Rechnung aufgehen.

Kursentwicklung (PDF-Datei)

Die Daten der beiden Zertifikate (PDF-Datei)

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