Tool der Woche
Hochzeit für Hochzeiten

Viele Unternehmen wissen nicht wohin mit ihrer Liquidität und gehen deshalb auf Einkaufstour. Das Fusionskarussell dreht sich immer schneller und treibt die Börsenkurse. So können auch private Anleger davon profitieren.
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Wenn sich das Übernahmekarussell immer schneller zu drehen beginnt, wird es an der Börse spannend. Denn der Effekt von Fusionsgerüchten ist immer derselbe: Die Aktienkurse der Übernahmeziele schießen meist schon im Vorfeld, spätestens aber kurz nach der offiziellen Meldung, in die Höhe. Kurszuwächse im zweistelligen Prozentbereich sind dabei eher die Regel als die Ausnahme. Solche Entwicklungen sind auch aktuell wieder zu beobachten.

Als Mitte April das Gerücht aufkam, dass der US-amerikanische Pharmakonzern Pfizer den britischen Konkurrenten Astra-Zeneca übernehmen würde, stieg dessen Aktienkurs innerhalb weniger Tage von 45 auf mittlerweile über 57 Euro. Auch General Electric (GE) hat ein Auge auf ein europäisches Unternehmen geworfen: GE liefert sich mit Siemens einen Bieterkampf um die Energiesparte von Alstom. Seit Bekanntwerden des GE-Interesses an dem kränkelnden französischen Konzern ist der Kurs der Alstom-Aktie um 50 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Liste lässt sich fortsetzen. Allergan, Forest Labs, Lafarge und Time Warner stehen ebenfalls auf den Kaufzetteln verschiedener Bieter. Laut Bloomberg werden derzeit Übernahmen und Fusionen im Wert von rund 1,3 Billionen Dollar verhandelt. Das entspricht einem Volumenanstieg von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist der höchste Wert für die ersten vier Monate eines Jahres seit 2007, dem Jahr der Mega-Fusionen. Selbst hoch profitable Konzerne, die schon alleine aufgrund ihrer Börsenkapitalisierung als unangreifbar galten, kamen vor sieben Jahren unter die Räder, wie beispielsweise der damals größte US-Immobilienkonzern Equity Office Property Trust, der vom Finanzinvestor Blackstone für 39 Milliarden Dollar (29 Milliarden Euro) übernommen wurde.

Oder der kanadische Bergbaukonzern Alcan, der für ebenfalls rund 39 Milliarden US-Dollar in den Besitz des Konkurrenten Rio Tinto überging. Der niederländische Bankenkonzern ABN Amro ging 2007 gar für 70 Milliarden Euro über den Tisch und wurde unter den Bietern Royal Bank of Scotland, Banco Santander und Fortis aufgeteilt. Es war die bis dahin größte Bankenübernahme weltweit. In allen drei genannten Fällen stiegen die Börsenkurse nach Bekanntwerden der Übernahmegerüchte innerhalb kurzer Zeit um 30 bis 40 Prozent.

Die Mega-Deals waren eine Sensation. Die Übernahmewelle trieb allgemein die Börsenkurse, die Aktienindizes erreichten neue Rekordhöchststände – allerdings folgte dem Boom ein böses Erwachen. Bereits im Herbst 2007 brachen die Aktienmärkte ein. Zwölf Monate später hatte der S&P 500 Index die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

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