Total-Return-Indizes ermöglichen höhere Erträge
Bei Rohstoffanlagen ist Zinseffekt entscheidend

Die Weltbevölkerung wächst, der Rohstoffhunger der Schwellenländer ist ungebremst, Rohstoffe werden knapp. Viele Investoren wollen über Zertifikate vom langfristigen Boom der Anlageklasse Rohstoffe profitieren.

Der einfachste Weg führt über Zertifikate auf Rohstoffindizes. Die Wahl des Rohstoffzertifikats hat dabei entscheidende Bedeutung für den Anlageerfolg. Während sich die Erträge bei einem Aktienindex nur aus Kursgewinnen und Dividenden zusammensetzen, sind es bei Zertifikaten auf Rohstoffe und Rohstoffindizes drei Ertragsquellen: Die Kursgewinne des Rohstoffs, die Zinseinnahmen und die Rollerträge. Über Zertifikate und Rohstoffindizes investieren Anleger nicht direkt in den physischen Rohstoff, sondern über den Umweg eines Fonds oder Zertifikats regelmäßig in den jeweils nächsten fälligen Terminkontrakt, der zu einer künftigen Lieferung berechtigt.

Für dieses Engagement am Terminmarkt benötigt der Emittent nur einen Teil des ihm zur Verfügung gestellten Geldes, meist weniger als zehn Prozent. Das übrige Geld wird als Sicherheit hinterlegt. Für den Anleger ist entscheidend, ob ihm dieses Geld verzinst wird oder nicht. Erhält er keinerlei Zinsen, sprechen Indexanbieter und Emittenten von einem Excess-Return-Index.

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Verzinsen ihm Indexanbieter und der Emittent diese hinterlegte Sicherheit, ist hingegen von einem Total-Return-Index die Rede – eine Unterscheidung, die langfristig einen fulminanten Renditeunterschied ausmacht: Während beispielsweise die Excess-Return-Variante des Goldman-Sachs-Commoditiy-Index (GSCI) – rückberechnet seit dem 1. Januar 1970 – um durchschnittlich 5,7 Prozent pro Jahr zulegte, stieg der GSCI-Total-Return-Index im Schnitt um 12,5 Prozent pro Jahr. Aus einer Einmalanlage von 5 000 Dollar im Jahr 1970 wären so hypothetisch in der Excess-Return-Variante bis heute rund 36 000 Euro, in der Total-Return-Variante mit einem Endbetrag von rund 334 000 Euro dank Zins und Zinseszins beinahe das Zehnfache des Ertrags zu erzielen gewesen.

In den jüngst besonders stark gestiegenen Rohstoffbereichen Öl und Gas machen die Zugewinne aus Zinseinnahmen historisch rund zwei Drittel, bei Industriemetallen gar drei Viertel des Gesamtertrags aus der Rohstoffanlage aus. Beispiel Öl: Seit Aufnahme der Notierung von Öl der Sorte WTI an der New Yorker Terminbörse Nymex im Jahre 1983 konnten Anleger bis zum Sommer 2005 17,6 Prozent pro Jahr verdienen, so die Rohstoffexperten der BW-Bank. Davon entfielen allein 10,5 Prozentpunkte auf Rollerträge, die durch Preisunterschiede der Terminkontrakte anfallen. Rund 5,6 Prozentpunkte steuerten Zinserträge bei, und magere 1,5 Prozent entfielen auf den tatsächlichen Preisanstieg des Ölpreises pro Jahr.

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