Unruhe an den Börsen
So setzen Sie auf den Zitter-Dax

Der Dax kämpft um die 11.000 Punkte. Mit Finanzinstrumenten können Anleger von heftigen Kursschwankungen an den Aktienmärkten profitieren und gleichzeitig ihr Depot absichern. Doch diese Produkte haben einen Fallstrick.
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FrankfurtEs ist eine Entwicklung, die nicht nur professionellen Geldverwaltern Kopfzerbrechen bereitet: Die Aktienkurse und Anleihenotierungen an den europäischen Wertpapiermärkten bewegen sich immer deutlicher im Gleichlauf. Das aber erschwert es Investoren, durch Mischen der beiden Anlagekategorien die Schwankungsstärke des Gesamtportfolios auf ein erträgliches Maß einzustellen. Wer die wachsende Unruhe an den Börsen im eigenen Depot verringern möchte, kann es um zusätzliche Bestandteile ergänzen. Dazu gehören Finanzinstrumente, die steigende Volatilitätsindizes in Rendite ummünzen.

„Es fällt auf, dass die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen in den vergangenen Wochen positiv war“, sagt Daniel Hupfer, Portfoliomanager bei der Privatbank M.M. Warburg. „Leider bedeutet das, dass sich sowohl Aktien als auch Anleihen negativ entwickelt haben“, so der Experte. Daher profitierten entsprechende Mischportfolios auch nicht von einer Diversifikation zwischen diesen Anlageklassen.

Das ist anders, als man es aus der Vergangenheit gewohnt ist. Normalerweise entwickeln sich Dividendenpapiere und Bonds unterm Strich tendenziell entgegengesetzt zueinander: Je höher der Anleiheanteil am Gesamtvermögen ist, desto stärker können im Idealfall Abwärtsphasen bei Euro Stoxx 50 und Co. abgefedert werden. Doch vor allem seit dem Start des über eine Billion Euro schweren Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank im März dieses Jahres wird die Gesetzmäßigkeit immer stärker außer Kraft gesetzt.

Das belegen Daten des Informationsdienstleisters Bloomberg: Demnach ist die Korrelation zwischen den Bewegungen im europäischen Aktienleitindex und einer speziellen Messlatte für die Anleihen der Region - dem Eurozone Sovereign Bond Index - mittlerweile auf das höchste Niveau seit September 2013 gestiegen. Sosehr sich Anleger im Frühjahr über diesen Gleichlauf freuen durften, so kräftig zerren nun die parallelen Verluste bei Zinspapieren und Aktienpositionen an den Nerven.

Eine Strategie in diesem Umfeld besteht darin, auf sogenannte Volatilitätszertifikate zu setzen, die in Zeiten hoher Kursausschläge attraktive Erträge in Aussicht stellen. Diese Derivate beziehen sich auf Indizes wie etwa den VStoxx oder den VDax, die die „implizite Volatilität“ des zugrunde liegenden Börsenbarometers abbilden. Das ist die von den Marktteilnehmern erwartete Schwankungsintensität - in der Regel für die nächsten 30 Tage. Ein hoher Stand des VStoxx weist auf einen unruhigen Euro Stoxx 50 hin - der VDax bezieht sich auf den deutschen Leitindex. Umgekehrt lassen niedrige Werte eine Entwicklung ohne hektische Kursschwankungen erwarten.

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