US-Haushaltsstreit
„Ami-Land“ ist abgebrannt

Die USA stehen mit 16,7 Billionen Dollar Schulden kurz vor der offiziellen Pleite. Keine neue Situation – doch eine mit bisher völlig gegensätzlichen Auswirkungen auf die Börsen. Was die Geschichte Anleger lehren sollte.
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FrankfurtIm Land der fast unbegrenzten Möglichkeiten ist die gesetzlich festgeschriebene Schuldenobergrenze von aktuell 16,7 Billionen US-Dollar erreicht. Der US-Staatshaushalt steht deshalb kurz vor dem Kollaps. Und das alles, weil die Republikanische Partei einer Erhöhung des Schuldenlimits nur dann zustimmen will, wenn Präsident Obama Kompromisse bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingeht. Die knappe Zeit bis zum 17. Oktober nutzen die Republikaner als politischen Hebel, den sie vermutlich bis zur letzten Sekunde ausspielen: Denn bis zu diesem Datum muss die Heraufsetzung der Schuldenobergrenze beschlossen werden. Ansonsten dürfen die USA zur weiteren Finanzierung ihrer Ausgaben keine weiteren Kredite mehr aufnehmen.

Einher mit dem Kampf um die Schuldenobergrenze geht der sogenannte Shutdown, der das öffentliche Leben in den USA seit Anfang des Monats behindert. Dabei verweigerten die Republikaner Obama die Genehmigung des neuen Haushalts. Auch bei dieser Abstimmung sollte der US-Präsident als Gegenleistung Teile seiner Gesundheitsreform opfern. Doch Obama weigerte sich. Die Folge: Die USA haben keinen verabschiedeten Haushalt und zahlreiche Staatsbedienstete mussten umgehend in Zwangsurlaub.

Die Kosten für dieses Spiel sind schon jetzt unverhältnismäßig hoch: „An den Zollstellen in den Häfen und Flughäfen, in denen Waren umgeschlagen werden, wird nur noch mit halber Kraft gearbeitet. Genehmigungsverfahren in den Behörden werden aufgeschoben, Gerichtsentscheide vertagt, zu prüfende Unterlagen für anstehende Bahntransporte bleiben liegen. Die Einschränkung des Staatsdienstes kostet die Wirtschaft schon jetzt rund 300 Millionen US-Dollar täglich“, rechnet Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, vor.

Düster nehmen sich auch die Prognosen des US-Finanzdienstes Macroeconomic Advisers aus: Eine Woche Stillstand würden demnach im vierten Jahresquartal rund 25 Milliarden US-Dollar kosten – das entspräche 550 Millionen US-Dollar pro Tag. Beißen sich Republikaner und Demokraten im Kongress ineinander fest, und kommt es zu keiner Lösung, drohen den USA und auch der Weltwirtschaft unabsehbare Folgen.

Kommentare zu " US-Haushaltsstreit: „Ami-Land“ ist abgebrannt"

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  • sie denken GELD zu HABEN . EIN FEHLER , der GEGEN MENSCHEIT GERICHTET IST . sie HABEN NUR SCHULDSCHEINE . UND MORGEN SIND DIE WAS WERT ? KEINER GIBT ihnen SICHERHEIT ODER RECHT , MORGEN NOCH WAS WERT ZU SEIN , die Schuldscheine . UND HAT KEINER MEHR SCHULDEN , haben sie KEIN GELD MEHR . KÖNNEN DAS VERSTEHEN LERNEN ? UND MACHT KEINER MEHR SCHULDEN sondern lebt und Spart , das hin kommt bis Monatsende . . . und ANDRE , DIE ZUVIEL HABEN , BRINGEN ES NUR ZUR BANK , DAMIT MEHR WIRD , was nur geht wenn welche gewunden werden die schulten MACHEN ? FERTIG IST KRIESE die gerade haben . . . .

  • Im Unterschied zu größten und schönsten Bundesrepublik der guten Menschen haben die Amis noch immer die Leitwährung der Welt und dazu die größte militärische Stärke, also Macht!
    Völlig klar wer eher pleite ist.

  • "Ami-Land“ ist abgebrannt"
    Aha, diesmal brennts. Vor einem guten Jahr war's noch ein gigantischer Strudel, der die USA gerade vernichtete. Komischerweise ist seit dieser Zeit der EUROkurs deutlich gefallen. Die internationale Wirtschaft funktioniert halt doch nicht so, wie sich kleine Redaktionsstuben das vorstellen.

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