Vorwurf Falschberatung
Lehman-Opfer wollen Targobank verklagen

Anlegerschützer drohen der ehemaligen Citibank mit Schadenersatzklagen noch vor Jahresende. Falschberatung lautet der Vorwurf der belgischen Anlegervereinigung Deminor und der Düsseldorfer Kanzlei DSKP, die laut eigenen Angaben mehr als 1 000 Lehman-Opfer vertreten. Die ehemalige Citibank sieht dem allerdings gelassen entgegen.
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FRANKFURT. Außerdem prüfe man eine Strafanzeige, da ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten Hinweise enthalte, dass die Zertifikate den Anlegern stets einen Verlust beschert hätten und die Citi zudem als größter Gläubiger der amerikanischen Mutter ein Interesse gehabt hätte, diese mit Geld aus den Zertifikaten zu versorgen.

"Der Vorstand der damaligen Citi hatte keinen Zugang zu Informationen über die allgemein zugänglichen hinaus gehabt, an welchen Unternehmen die amerikanische Citigroup beteiligt oder wessen Gläubigerin sie war und ist. Insofern ist es völlig falsch und durch nichts zu belegen, dass die Citibank Deutschland beim Verkauf von Lehman-Papieren aufgrund irgendwelcher Interessen gehandelt habe", so ein Sprecher.

Drohenden Schadenersatzklagen sehe man ebenfalls gelassen entgegen. "Es sind bereits einige hundert anhängig, die meisten haben wir gewonnen", so ein Sprecher. Unabhängig davon habe man aber auch "Kulanzzahlungen" geleistet. Rund 22 Mio. Euro zahlte das Institut nach eigenen Angaben bisher an 3800 Lehman-Opfer. Nach Schätzungen aus Finanzkreisen hat die Citibank rund 20 000 Kunden Lehman-Zertifikate verkauft. Das Volumen beläuft sich laut Anmeldungen beim Insolvenzverwalter auf etwa 320 Mio. Euro.

Anleger, die mit Deminor vor Gericht ziehen wollen, müssen erstmal selber zahlen: mindestens 100 Euro fix je nach Anlagesumme. Kommt es zum Verlgeich bekommt Deminor nochmals 15 Prozent der erstatteten Summe.

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  • Es stinkt gegen Himmel, daß die beratungen bei der Citi bei Lehman - SEb und auch beim Rendite - Sparbuch völlig unzureichend bzw. ungenügend waren.
    Man kann aufgrund dieser beratungs-Unterlassungen davon ausgehen, daß dieses lanciert und bewußt negativ für die Anleger ausgelegt wurde.

    Nehmen Sie sich ein beispiel an der Hannoverschen
    Sparkasse mit dem Kulanzausgleich generell.

  • Nur haben die Analysten der Citibank intern selbwt gewarnt das Lehman bros große Schwierigkeitne hatten.

    Gelassen ist der Umgang der Targobank mit ihren Kunden jedenfalls. Gleichgültig könnte man es auch neenn oder auch kaltschnäuzig. Stimmt die absolut nicht zu gewinnenen Fälle hat die Targobank mit einer Kulanzlösung abgespeist und die Fälle wo sie verleirt werden verglichen damit ja wenig verlorene Klagen in der bilanz stehen. Alleine das hunderte von Klagen anhängig sind zeigt wie groß das selbstgemachte Problem wirklich ist. Kulanz ist wie die Hannover Sparkasse es gemacht hat hat. Alle Kunden von sich aus zu entschädigen und nciht auch noch eine VErleumdungskampagne gegenüber ihren Kunden szu starten wie die Targobank.

  • der absatz mit deminor ist nicht korreckt
    deminor nimmt keine 100euro fixgebühr sondern 180€
    es sind auch nicht 15%von der erstattene summe
    sondern 22%
    ich möchte gerne wisse, wer so eine falschmeldung weitergibt

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