VW-Aktie
Anleger spekulieren auf die Rückkehr zur Normalität

Spekulationen auf die Entwicklung von VW-Aktien haben bisher den wenigsten Anlegern Freude bereitet. Das gilt auch für ein spezielles "Spread-Zertifikat", das auf eine Aufholjagd der VW-Vorzüge im Vergleich zu den Stammaktien setzt. Jetzt bietet das Papier allerdings Chancen.
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DÜSSELDORF. Die unberechenbaren Kurskapriolen im Zuge des Übernahmekampfes mit Porsche haben VW-Investoren monatelang verzweifeln lassen - private wie institutionelle, Bullen wie Bären, sowohl kurz- als auch langfristig orientierte Marktteilnehmer: Entweder wurden Long-Positionen viel zu früh aufgelöst - welcher Investor hat ernsthaft damit gerechnet, dass sich der Kurs der VW-Stammaktien im vergangenen Jahr zwischenzeitlich fast versiebenfachen würde? Oder Short-Seller verzockten sich mit voreiligen Wetten auf eine Korrektur der fundamental völlig überteuerten Anteilsscheine.

Erwischt hat es auch Käufer eines sogenannten "Spread-Zertifikats", das die RBS erst Ende September emittiert hat (WKN: AA120K). Dabei ist der absolute Kursverlauf der VW-Stamm - oder Vorzugsaktien für die Entwicklung des Produkts zweitrangig. Das Zertifikat ist für Anleger gedacht, die darauf setzen möchten, dass die Kursdifferenz (Spread) zwischen den beiden Aktiengattungen von VW abnimmt. Mit jedem Cent um den der Abstand abschmilzt, steigt der Wert des Zertifikats tendenziell und umgekehrt.

Und bis vor wenigen Wochen waren die Rollen für die verschiedenen Aktiengattungen von VW tatsächlich klar verteilt: Bei den Stammaktien, die nach den Wirren um die mögliche Übernahme des Wolfsburger Autobauers durch Porsche in absurde Höhen geschossen waren, wurde die Überbewertung nach langer Verzögerung endlich doch abgebaut. Die Vorzugspapiere, mit denen Anleger auf Stimmrechte verzichten, dafür aber mehr Dividende erhalten, kletterten hingegen relativ kontinuierlich nach oben.

Doch beinahe zeitgleich zur Emission wendete sich das Blatt: Mittlerweile hat sich der Spread wieder zugunsten der Stammaktie ausgeweitet und das Zertifikat wird mit knapp 91,52 Euro deutlich unter dem Ausgabekures von 100 Euro gehandelt. Jüngster Tiefschlag: Dienstag vergangener Woche verloren VW-Vorzüge an einem Tag mehr als zehn Prozent auf rund 60 Euro, nachdem bekannt wurde, dass sich das Emirat Katar von bis zu 25 Millionen Vorzugsaktien getrennt hat. Deutlich weniger büßten die Stämme ein, die aktuell bei fast 98 Euro notieren.

Vor allem auf dem nun reduzierten Eistiegsnivau hat ein Neuengagement in das RBS-Zertifikat dennoch seinen Reiz: Im Durchschnitt erwarten Analysten laut Bloomberg, dass sich der Wert der Vorzüge langfristig bei rund 81 Euro einpendeln wird - mehr als ein Drittel über dem aktuellen Stand . Einen weiteren Abschlag auf 92,10 Euro prognostizieren sie dagegen für die Stammaktien des Konzerns.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur

Kommentare zu " VW-Aktie: Anleger spekulieren auf die Rückkehr zur Normalität"

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  • Sehr geehrte Damen und Herren waum stellt sich eigendlich kein Mensch nach dem Verursacher der Sitoation,oder dem Dilemma,wo so ein gesundes Unternehmen wie VW z.Z.steckt? Der größen wahnsinnige Wiedekin wird von Politik und Wirtschaft hofiert.Wo nehmen sich eigentlich Menschen das Recht her mit geliehenen Geld der Anleger so verantwortungslos umzugehen? Es reicht uns nicht eine oberflächliche Erklärung zur Sitoation`"Wegen einer gescheiterten Übernahme von Porsche" seien die Aktienkurse im Keller.Nein das hat Ursachen dahinter stehen Menschen die dafür die Verantwortung tragen.

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