Wachstumserwartungen: Derivatebranche tritt 2012 auf der Stelle

Wachstumserwartungen
Derivatebranche tritt 2012 auf der Stelle

Die Wachstumshoffnungen in der Zertifikatebranche für 2012 sind eher verhalten. Erst wenn sich die Finanzmärkte beruhigen, könne der Markt wieder zulegen, so die Einschätzung des Deutschen Derivate Verbands (DDV).
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FrankfurtDer Deutsche Derivate Verband (DDV) geht mit gedämpften Wachstumserwartungen für die Zertifikatebranche in das Jahr 2012. „Dieses Jahr steht erst einmal im Zeichen der Konsolidierung“, sagte der geschäftsführende Vorstand des DDV, Hartmut Knüppel. „Sobald sich die Finanzmärkte aber wieder beruhigen und die Wachstumsaussichten besser werden, wird auch der Zertifikatemarkt wieder zulegen.“ Angesichts der unsicheren Marktaussichten hielten sich die meisten Anleger derzeit auch bei Aktien und Fonds zurück.

Der DDV, an dessen Spitze Knüppel steht, vertritt die Interessen der einheimischen und ausländischen Anbieter von Zertifikaten und Hebelprodukten in Deutschland. Momentan gehören dem Verband 17 Emittenten an.

2011 ist das in Zertifikate investierte Vermögen in Deutschland zurückgegangen: Ende 2010 belief es sich auf 106,4 Milliarden Euro, Ende November 2011 waren es den aktuellsten DDV-Zahlen zufolge 101,4 Milliarden Euro.

Ein Grund für den Rückgang waren sinkende Börsenkurse, welche sich negativ auf die Vermögensbestände der Zertifikate auswirkten. Darüber hinaus haben Anleger jedoch auch Kapital aus Zertifikaten abgezogen. Denn angesichts der anhalten Unsicherheit - vor allem in Bezug auf die europäische Schuldenkrise - wollten sich viele nicht mehr am Finanzmarkt engagieren.

Während Knüppel das Marktumfeld weiterhin für schwierig hält, rechnet er vonseiten der Regulierer nicht mit Stolpersteinen für die Derivatebranche. „Die Vertriebseinschränkungen in Belgien und einige Regulierungsvorhaben auf europäischer Ebene sind unerfreulich, aber es besteht kein Grund zur Panik“, sagte der DDV-Vorstand.

Viele Banken in Belgien haben sich seit Sommer 2011 in Zusammenarbeit mit ihrer Aufsichtsbehörde FSMA freiwillig dazu bereiterklärt, komplexe strukturierte Produkte nicht mehr an Privatanleger zu vertreiben. Die belgische Finanzaufsicht will dieses Verbot in den kommenden Monaten in Stein meißeln.

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