Wasser als wichtigster Rohstoff
Anlegerdurst auf „blaues Gold“

Wasser ist nicht nur der knappste aller Rohstoffe, sondern auch ein interessantes Alternativ-Investment. Mehr als 2,6 Milliarden Menschen, 40 Prozent der Weltbevölkerung, haben keine Basisversorgung mit Wasser. Über einer Milliarde Menschen steht nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung. In der Erschließung von Wasserquellen und der Wasseraufbereitung sehen viele Experten in den kommenden Jahren daher eine lukrative Kapitalanlage.

"Die nächsten Kriege werden nicht um Öl, sondern um Wasser geführt." Mit solch eindringlichen Warnungen hat der ehemalige Uno-Generalsekretär Butros Butros Ghali auf die Bedeutung des wichtigsten Rohstoffs überhaupt hingewiesen. Da es diesen Urstoff auf der Erde eigentlich im Überfluss gibt, galt Wasser bis vor kurzem als unerschöpfliche natürliche Ressource. Immerhin sind gut 70 Prozent der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt.

Entscheidend bei der Betrachtung des globalen Wassermarktes ist jedoch die Frage der Qualität. Denn von den globalen Reserven sind nur rund 2,5 Prozent als Süßwasser einzustufen. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass die für den menschlichen Genuss geeigneten Süßwasser-Reserven vor allem als Eis und Schnee in der Antarktis sowie in Grönland gebunden sind. Kein Wunder also, dass der einmalige Rohstoff Wasser als nicht ersetzbares Lebensmittel große Popularität erlangt.

Was die Emittenten an verschiedenen Zertifikaten anbieten

Inzwischen zeigen sich auch die Akteure an den globalen Finanzmärkten von dieser Thematik fasziniert. In die Anlageform Wasser fließt immer mehr Geld. "Die Märkte haben erkannt, dass es neben der generellen Knappheit auch eine starke Verschmutzung der Oberflächengewässer gibt", sagt Wolfgang Pflüger, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, in einem Handelsblatt-Gespräch.

Fakten rund um Wasser

Verfügbarkeit Das globale Wasserangebot – Grundsubstanz für alles Existierende auf der Erde – ist seit Menschengedenken im Wesentlichen unverändert. Das Problem ist in der regional stark unterschiedlichen Verfügbarkeit zu sehen.

Nord-Süd-Gefälle Ein einfaches Beispiel für die Problematik der Ungleichverteilung: Kanada mit 31 Millionen Einwohnern verfügt über ein 40 Prozent höheres Wasserangebot als etwa Indien, dessen Bevölkerung 30 Mal so groß ist.

Süßwasser Rund 97,5 Prozent des Angebots auf der Erde entfallen nach Angaben der Unesco auf Salzwasser. Die verbleibenden 2,5 Prozent an Süßwasserreserven sind zu 69,6 Prozent als Eis, und Schnee gebunden. 30,1 Prozent entfallen auf Grundwasser und noch nicht einmal 0,3 Prozent auf Seen und Flüsse.

Auch für den populären Schweizer Hedge-Fonds-Manager Felix Zulauf ist Wasser ein sehr attraktives Anlagethema. "Es wird in den kommenden Jahren immer größere Bedeutung erlangen", sagte Zulauf dem Handelsblatt. Investmentguru Marc Faber weist in diesem Zusammenhang auf das latente Wasserproblem der boomenden chinesischen Volkswirtschaft hin. Im Reich der Mitte leben rund 21 Prozent der Weltbevölkerung. Andererseits verfügt das riesige Land nur über etwa sieben Prozent der globalen Wasservorkommen.

Die Sicht der Investoren sollte sich auf Unternehmen der Getränkeindustrie mit starker Positionierung im Wassersektor konzentrieren. Darüber hinaus bieten sich nach Meinung von Pflüger Aktien von Unternehmen an, die in der Aufbereitung, Entsalzung und Reinigung von Wasser sowie im Bereich Bewässerungstechnologie tätig sind. "Die Umweltauflagen der Industrieländer dürften immer schärfer werden", prognostiziert Pflüger in diesem Kontext.

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