Wetten auf Dax-Minus: Schnelle Rendite bei der Bärenjagd

Wetten auf Dax-Minus
Schnelle Rendite bei der Bärenjagd

Der Dax schlägt sich im gefürchteten Börsenmonat September bisher ausgezeichnet. Für Pessimisten gibt es jedoch Möglichkeiten, auch von fallenden Kursen zu profitieren. Wer auf ein Reverse-Expresszertifikat setzt, gewinnt, wenn die meisten anderen verlieren – die Talfahrt muss allerdings das richtige Timing haben.
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DÜSSELDORF. Zur Halbzeit des laufenden Börsenmonats liegt der Dax 5,5 Prozent im Plus bei über 6 250 Zählern. Gerade vor dem Hintergrund des berüchtigten Septembers ist das beachtlich. Denn auf Sicht der vergangenen drei Jahrzehnte ist dieser mit Abstand der schwächste Börsenmonat.

Wer der Ansicht ist, dass sich das Blatt in den kommenden Wochen doch noch zugunsten der Bären wenden wird, kann mit einem Anlagezertifikat der Landesbank Berlin gegen den deutschen Leitindex spekulieren (WKN: LBB23U). Das Produkt ist im Herbst vergangenen Jahres emittiert worden und gehört zu einer seltenen Spezies - den Reverse-Expresszertifikaten. Nur ein halbes Dutzend davon werden derzeit gehandelt. Sämtliche dieser Papiere basieren auf dem deutschen Leitindex.

Der Clou an der Variante der Landesbanker ist die Chance auf eine schnelle vorzeitige Rückzahlung, was zu einer beeindruckenden Jahresrendite führen würde. Die Funktionsweise dieses Zertifikates für Börsenpessimisten, das maximal bis Ende 2013 läuft: Die Entwicklung des Dax wird jährlich überprüft. Erstmals schon am 27. Oktober dieses Jahres. An jedem Bewertungstag besteht die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung, wenn der Dax-Schlusskurs unter der Marke von rund 6 198 Punkten liegt. Notiert der Aktienindex bereits am ersten Bewertungstag in sechs Wochen unter dieser Marke, wird das Zertifikat zu 108 Euro zurückgezahlt. Da es momentan für 95,70 Euro zu haben ist - und damit deutlich unter Emissionskurs -, entspräche dies einem möglichen Gewinn von 12,86 Prozent oder eine Rendite von rund 112 Prozent per annum.

Vorteil der Expresstilgung gegenüber den gebräuchlicheren Reverse-Index- und Reverse-Bonuszertifikaten mit ähnlicher Restlaufzeit: Anleger können die maximale Rendite auch bei einem nur vorübergehenden Abtauchen der Aktienmärkte vorzeitig verbuchen. Das frei werdende Kapital kann in diesem Fall wieder neu und gezielt investiert werden.

Erfolgt keine vorzeitige Rückzahlung, wird der Dax-Stand im kommenden Jahr erneut mit dem Referenzkurs verglichen. Mit jedem weiteren Bewertungstag, an dem die Bedingung für eine vorzeitige Rückzahlung nicht erfüllt wird, erhöht sich die Höhe der Rückzahlung um jeweils acht Prozent. Letzmalig im Oktober 2013. Parallel dazu sinkt die annualisierte Rendite auf 18,8 Prozent p.a. im Jahr 2011, 13,0 Prozent p.a. 2012 und 10,9 p.a. 2013. Notiert der Dax zum Ende der Maximallaufzeit über der 6 198er-Marke, jedoch zumindest unter der Grenze von 8 452 Punkten, wird das Zertifikat zum Nennwert von 100 Euro getilgt. Aufgrund des derzeit möglichen Einstiegkurses wäre auch in diesem Fall die Rendite mit 1,4 Prozent p.a. positiv.

Erst ein Anstieg des Basiswertes über dieses Absicherungsniveau hinaus, verringert die Rückzahlung bei Fälligkeit spiegelbildlich zur Dax-Entwicklung. Notiert der Referenzpreis dann gar auf oder über 11 270 Punkten, führt dies zu einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur

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