Wetterderivate
Wenn das Klima verrückt spielt

Die Wirtschaft hängt stark vom Wetter ab, darum versuchen Unternehmen, sich gegen Stürme, Überschwemmungen und andere Risiken abzusichern - zum Beispiel mit Finanzderivaten. Die Terminbörse Chicago gilt als Marktführer im Geschäft mit Wetterderivaten. Neue Instrumente helfen Risiken zu steuern.
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FRANKFURT. Fachleute werden nicht müde, auf den Zusammenhang zwischen dem Wetter und der ökonomischen Gesamtleistung von Volkswirtschaften hinzuweisen. Die Experten des amerikanischen Handelsministeriums bringen die Botschaft in einer aktuellen Studie auf den Punkt: "Rund zwei Drittel der von der US-Wirtschaft erbrachten ökonomischen Leistung ist in irgendeiner Form direkt oder indirekt vom Wetter beeinflusst." Die Chicago Mercantile Exchange (CME) vertritt in einer Studie die Auffassung, dass auch zwei Drittel der Produktion in der Weltwirtschaft am Tropf des Wetters hängt.

Vor diesem Hintergrund suchen immer mehr Unternehmen nach Wegen, sich gegen die Risiken des Wetters abzusichern - zum Beispiel über entsprechende Versicherungen. Doch das ist nur ein Weg, Risiken zu steuern.

Eine andere Möglichkeit ist die Nutzung von Finanzderivaten. So erlebt nicht nur die Assekuranzbranche seit Jahren einen Boom am Markt für Risiken. Auch das exorbitante Wachstum von Finanzderivaten wie Swaps, Forwards, Optionen und Futures zeugt von der wachsenden Nachfrage nach Risikoinstrumenten.

"Stürme und Überschwemmungen sowie andere Naturrisiken weisen ein enormes Schadenpotenzial mit hohem Akkumulationsrisiko auf", sagt Peter Höppe, Leiter des Bereichs Geo-Risikoforschung bei der Munich Re.

Weltweite Unwetter richten Milliardenschäden an

Es müsse in diesem Kontext bedacht werden, dass Wetterschäden großflächig auftreten und viele Teilnehmer des Wirtschaftslebens treffen können. Nach einem Bericht dieser Rückversicherungsgesellschaft haben die größten Naturkastrophen (Stürme, Tsunamis, Temperaturextreme und Überschwemmungen) im Jahr 2009 rund um die Welt nicht nur 10 500 Menschenleben gekostet, sondern auch Schäden in Höhe von mehr als 50 Mrd. Dollar angerichtet, davon sind lediglich 22 Mrd. Dollar durch Versicherungen abgedeckt worden.

Die tatsächlichen Kosten für die Weltwirtschaft liegen indes wesentlich höher, weil diese Zahlen nur die 850 größten Katastrophen umfassen. In diesem Kontext betonen Versicherungen, dass die landläufig herrschende Meinung, wonach gegen das Wetter nichts zu machen sei, so nicht mehr zutreffe. Denn es gibt Absicherungsmöglichkeiten.

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