Zertifikate-Anbieter suchen Kunden
Die Qual der Mantelwahl

Neue Zertifikate haben sich am deutschen Markt für Anlageprodukte etabliert. In weiten Teilen der Bevölkerung haben die derivativen Papiere den Durchbruch aber noch nicht geschafft. Aus diesem Grund gehen Finanzhäuser mit Zertifikaten in unterschiedlichen Verpackungen auf Kundenfang.

FRANKFURT. Dass den Zertifikaten noch nicht der ganz große Durchbruch gelungen ist liegt zum einen an den komplexen Strukturen dieser Papiere, vor denen viele Anleger zurückschrecken. Vor allem aber haben die Emittenten zu großen Kundengruppen keinen Zugang, weil viele Finanzmakler laut Gewerbeordnung Zertifikate nicht verkaufen dürfen.

Weil aber die Emittenten für weiteres Wachstum auf neue Kundenschichten angewiesen sind und auch die Vermittler an dem Erfolg der Zertifikate partizipieren wollen, bieten Banken und andere Finanzhäuser Derivate zunehmend auch in anderen Produktthüllen an.

So haben Investmentfonds, die in Zertifikate investieren, Milliarden an Anlegergeldern eingesammelt. Hinzu kommen neuerdings sogenannte strukturierte Fonds, die bekannte Zertifikatevarianten in einem Fondsmantel verpacken. Diese Fonds werden von den Banken im Vorgriff auf die Abgeltungsteuer zurzeit intensiv vermarktet (siehe Seite 4). Auch Anbieter geschlossener Fonds mischen mit und haben Zertifikatedepots in der Hülle einer Kommanditgesellschaft (KG) verpackt.

Relativ zurückhaltend zeigen sich beim Einsatz von Zertifikaten bisher die Versicherer. Nur eine Handvoll Assekuranz-Unternehmen hat bisher Versicherungsprodukte aufgelegt, die auf Zertifikate-Strukturen aufbauen. Experten erwarten aber, dass sich das ändert: "Ab 2009 wird der Versicherungsmantel deutlich an Bedeutung gewinnen, weil die Abgeltungsteuer ab zwölf Jahren Mindestlaufzeit und Auszahlung ab 60 keine Rolle spielt", sagt Volker Fehrenbach, Deutschland-Chef von Inora Life. Die Versicherungstochter von Société Générale bietet bereits jetzt zwei Basis-Varianten fondsgebundener Rentenversicherungen an, die auf Zertifikaten basieren - die "Inora Diamant" und die "Inora World Invest 300".

Die beiden Produkte investieren jeweils über einen Fonds in ein Zertifikat, das von der Muttergesellschaft Société Générale emittiert wird. Die Zertifikate wiederum beziehen sich auf einen Korb von Aktien (24 beim "Diamant", 20 beim "World Invest"), anhand deren Wertentwicklung nach Ablauf von zwölf Jahren in einem komplizierten Rechenverfahren die Höhe des Auszahlungsbetrags bestimmt wird.

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